Sie sind hier:

Arbeitsmarkt in Europa - Macron und Gabriel gegen Lohndumping

Datum:

Bundesaußenminister Gabriel hat bei einem Besuch in Paris die Reformagenda des französischen Präsidenten gelobt. Auch in der Debatte um Pläne gegen Dumping in Europa präsentierte er sich als Mitstreiter von Emmanuel Macron. Es dürfe nicht zu einem "Wettbewerb um die schlechtesten Löhne" kommen, so Gabriel.

Frankreichs Präsident Emanuel Macron startete mit hoher Zustimmung in sein Amt, viele Wähler wählten ihn auch, um Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National als Präsidentin zu verhindern. Mittlerweile sind seine Zustimmungswerte gesunken.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Im Streit über Pläne gegen Lohndumping in Europa hat sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hinter Forderungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gestellt. "Europa muss fairer werden", sagte der Vizekanzler nach einem Besuch bei Macron vor Journalisten. "Wir unterstützen jedenfalls sehr den Reformvorschlag Frankreichs für die Entsenderichtlinie in der Europäischen Union." Die Richtlinie regelt die Bedingungen, unter denen Unternehmen Beschäftigte zur Arbeit in ein anderes EU-Land schicken können.

Europa als starker "weltpolitischer Akteur"

Gabriel nahm in Paris an einer Kabinettssitzung im Élyséepalast teil und sprach anschließend als Ehrengast auf der Jahreskonferenz der französischen Botschafter. Er rief dazu auf, Europa stärker "als weltpolitischen Akteur" zu entwickeln. Im Hinblick auf die Dumping-Debatte sagte Gabriel, die Europäer müssten zeigen, dass der europäische Binnenmarkt nicht zu einem "Wettbewerb um die schlechtesten Löhne und die schlechtesten Sozialabgaben" führt.

Ein Reformvorschlag der EU-Kommission für die Entsenderichtlinie sieht vor, dass künftig dieselbe Arbeit an ein- und demselben Ort in der Regel gleich bezahlt werden muss. Entsandte Arbeitnehmer könnten demnach nicht mehr fundamental schlechter bezahlt werden als die Kollegen im Gastland. In manchen östlichen EU-Staaten wird die Neuregelung allerdings als eine Gefahr für heimische Unternehmen gesehen. Letztere können in Ländern wie Frankreich und Deutschland Wettbewerbsvorteile haben, weil sie Löhne auf Heimatniveau zahlen.

Macron will Entsendedauer auf ein Jahr begrenzen

Macron will möglichst schnell eine Einigung über die Entsenderichtlinie erzielen und möglichst auch noch die Entsendedauer auf ein Jahr begrenzen. Der Kommissionsvorschlag sieht eine Begrenzung auf 24 Monate vor. Vergangene Woche hatte Macron unter anderem in Rumänien und Bulgarien für seine Position geworben.

Gabriel bekundete in Paris auch Unterstützung für Macrons innenpolitische Reformpläne. Er sei fest überzeugt, dass das Programm Frankreich helfen werde, "wieder stärker zu werden in seinen wirtschaftlichen und sozialen Erfolgen". Die Pariser Regierung will an diesem Donnerstag Details einer Arbeitsmarktreform vorstellen, mit der das Arbeitsrecht gelockert werden soll. Das Land bekommt die hohe Arbeitslosigkeit seit vielen Jahren nicht in den Griff.

Regelmäßige Kabinettsbesuche geplant

Nach Angaben des Élyséepalastes war es das vierte Mal, dass ein deutscher Minister beim wöchentlichen Treffen der französischen Regierung mit am Tisch saß. Beide Länder hatten beim deutsch-französischen Ministerrat im Juli vereinbart, dass regelmäßig Regierungsmitglieder die Kabinettssitzungen des anderen Landes besuchen sollen. Dreieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl war Gabriel direkt von seiner USA-Reise nach Paris geflogen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.