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Malaysia und die Philippinen - Aufstand der Müll-Recycler

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Malaysia und die Phillipinen schicken Müll aus westlichen Staaten zurück. Eigentlich sollen sie den Abfall recyceln, doch unsortierter und falsch deklarierter Müll sorgt für Ärger.

Archiv: Container mit Müll im Hafen von Manila, aufgenommen am 10.11.2014
Container mit Müll im Hafen von Manila (Archivbild)
Quelle: Reuters

Jetzt sind es die Philippinen, die nach jahrelangem Streit mit Kanada reagieren: Sie schicken nun 69 Schiffscontainer mit Abfall nach Kanada zurück. Das teilte Außenminister Teodoro Locsin am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Der Müll war zwischen 2013 und 2014 von einer kanadischen Firma in das südostasiatische Land geschickt worden. Das Unternehmen hatte ihn fälschlicherweise als recycelbar gekennzeichnet. Am Freitag wurden die Container auf ein Schiff im philippinischen Hafen Subic Bay verladen.

Ein Containerschiff im Hafen von Subic Bay, Philippinen.
Ein Containerschiff im Hafen von Subic Bay, Philippinen: 69 Schiffscontainer mit Müll gehen zurück nach Kanada.
Quelle: AP

Duterte drohte gar mit "Krieg"

Der Streit um den Abfall hatte die Beziehungen zwischen Manila und Ottawa jahrelang belastet. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte drohte Kanada im April gar mit "Krieg". Kanada erklärte sich daraufhin bereit, den Müll zurückzunehmen, ließ eine dafür gesetzte Frist jedoch verstreichen. Vergangene Woche ordnete Duterte schließlich die Rücksendung an. Kanadas Umweltministerin Catherine McKenna begrüßte den Schritt. Die Regierung arbeite eng mit den Philippinen zusammen, sagte sie.

Malaysia wird nicht die Müllhalde der Welt sein.
Umweltministerin Yeo Bee Yin

Immer mehr südostasiatische Länder wehren sich gegen die ungebremste Einfuhr von Müll: Malaysia wehrt sich wiederum gegen die ungebremste Einfuhr von Plastikmüll und will hunderte Tonnen unsortierter Abfälle wieder zurückschicken. "Malaysia wird nicht die Müllhalde der Welt sein", sagte Umweltministerin Yeo Bee Yin am Dienstag in Port Klang, dem größten Hafen des Landes. Ihr Land lasse sich nicht von Industrieländern unter Druck setzen, fuhr sie fort. Der Müll werde "ohne Gnade" dorthin zurückgeschickt, wo er hergekommen sei.

300 Millionen Tonnen Plastik jedes Jahr

Nach Angaben der Umweltorganisation WWF werden jährlich rund 300 Millionen Tonnen Plastik produziert. Vieles davon landet auf Mülldeponien oder verunreinigt die Meere. Lange Zeit hatte China einen Großteil des Plastikmülls zu Recyclingzwecken importiert, entschied aber im vergangenen Jahr, kein gebrauchtes Plastik aus anderen Ländern mehr zu verarbeiten, um die eigene Umweltbilanz zu verbessern.

Jede Sekunde werden weltweit zehn Tonnen Kunststoff produziert, davon landet ein Zehntel eines Tages in den Ozeanen. Schon 2050 könnten mehr Kunststoffe als Fische im Meer sein.

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43 min
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Seitdem finden große Kunststoffmengen ihren Weg nach Südostasien. Allein die Einfuhr von Plastikabfällen nach Malaysia hat sich seit 2016 verdreifacht. Im vergangenen Jahr wurden nach Regierungsangaben 870.000 Tonnen Plastikmüll in das südostasiatische Land gebracht. "Wir verlangen den Stopp dieser Müll-Lieferungen", sagte die Umweltministerin nun an die Adresse der Industrieländer. Denn das sei "unfair und unzivilisiert".

Zehn Container mit 450 Tonnen Abfall gehen zurück

Das Umweltministerium in Kuala Lumpur erklärte, 450 Tonnen Plastikabfälle in zehn Containern würden zurückgeschickt - nach Australien, Saudi-Arabien, Bangladesch, China, Japan, in die USA und nach Kanada. Sie seien gefüllt mit "verunreinigten, nicht sortenreinen, nicht recycelbaren Plastikabfällen minderer Qualität". Diese Abfälle landeten in Betrieben, die nicht über die nötigen Anlagen verfügten, um den Müll "auf umweltfreundliche Weise" zu recyceln.

Mitte Mai hatten bei einem UN-Treffen in Genf rund 180 Länder vereinbart, dass Plastikabfälle in Zukunft nur noch frei gehandelt werden sollen, wenn sie gereinigt und gut sortiert sind und sich recyceln lassen. Für den Export anderer Plastikabfälle soll künftig weltweit eine Zustimmung der Behörden der Export- und der Importstaaten erforderlich sein. Der Export schlecht recycelbarer Abfälle aus der EU in Entwicklungsländer soll ab 2021 untersagt werden.

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