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Mecklenburg-Vorpommern - Schwerin: Schwesig jetzt Regierungschefin

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Mecklenburg-Vorpommern hat eine neue Regierungschefin: Der Landtag wählte Ex-Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zur neuen Ministerpräsidentin.

Nach dem Rücktritt von Erwin Sellering als Ministerpräsident soll Manuela Schwesig Nachfolgerin werden. Die bisherige SPD-Generalsekretärin Barley wird Familienministerin und Hubertus Heil wieder SPD-Generalsekretär.

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In einer Sondersitzung des Parlaments in Schwerin erhielt Manuela Schwesig 40 von 70 gültigen Stimmen. Sie ist die erste Frau an der Spitze Mecklenburg-Vorpommerns. Die 43-Jährige SPD-Politikerin folgt auf ihren Parteikollegen Erwin Sellering, der Ende Mai wegen einer schweren Krebserkrankung den Verzicht auf alle politischen Ämter ankündigte.

Zwei Tage zuvor hatte die Landes-SPD die frühere Bundesfamilienministerin zu ihrer neuen Vorsitzenden gewählt.

Einst Deutschlands jüngste Ministerin

Die Diplom-Volkswirtin trat 2003 der SPD bei. Als Fraktionschefin fiel sie zuerst im Schweriner Stadtparlament auf, als sie nach dem Hungertod eines kleinen Mädchens im Herbst 2007 den damaligen CDU-Bürgermeister wegen schwerer Fehler des Jugendamtes in Bedrängnis brachte.

Die junge Mutter hatte damit ihr politisches Thema gefunden. Sie fiel damit auch dem frisch ernannten Ministerpräsidenten Erwin Sellering auf, der sie kurz darauf als Familienministerin in sein neues Kabinett holte. Mit 34 Jahren war sie damals Deutschlands jüngste Ministerin.

Sellering: Schwesig ist erste Wahl für mich

Am Anfang holperte es im Familienministerium, Medienberichte waren nicht eben freundlich. Der Ausspruch "Küsten-Barbie" machte die Runde. Doch die junge Ministerin fand bei Kabinettschef Sellering Unterstützung für ihre Politik. Sellering entschied, Millionen für die frühkindliche Bildung und Kitas im Landeshaushalt zu verankern. 2013 wurde sie Bundesfamilienministerin und war schon zuvor als stellvertretende Bundesvorsitzende in die vorderen Reihen aufgerückt. Unter anderem wohl wegen ihrer Rolle als Verhandlungsführerin der SPD-Länder im Streit um eine Hartz-IV-Reform.

Der scheidende Ministerpräsident Sellering hatte die mittlerweile 43-jährige Schwesig als seine Nachfolgerin vorgeschlagen. In der Pressekonferenz betonte er, dass sie seine erste Wahl sei. "Für mich hatte es eine große Selbstverständlichkeit, diesen Vorschlag zu machen." Sellering erhofft sich durch eine Ministerpräsidentin Schwesig eine Fortführung seiner Politik.

Schwesig sieht sich selbst in Schwerin

Daraufhin betonte die sichtlich berührte Manuela Schwesig ihre Bereitschaft, das Amt der Ministerpräsidentin zu übernehmen. Schon seit einigen Tagen sei sie mit Ministerpräsident Sellering im Gespräch darüber gewesen, wie sie sich auf diese besondere Situation einstellen wollten. Schwesig gilt als Ziehtochter von Erwin Sellering. Schon vor der Landtagswahl im Herbst 2016 gab es Spekulationen, dass Manuela Schwesig das Amt des 67-Jährigen übernehmen könnte. Auch wenn Sellering stets bekräftigte, die volle Amtszeit ausfüllen zu wollen.

Schwesig selber hatte - auch in ihrer Berliner Zeit als Bundesministerin - nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie ihren Lebensmittelpunkt weiterhin in Schwerin sieht. Hier leben auch ihr Mann und ihre zwei Kinder. Heute Nachmittag sagte sie, es sei ihr immer klar gewesen, dass sie Erwin Sellering gerne im Amt nachfolgen würde, selbstverständlich aber habe sie nie den Zeitpunkt und die Umstände dieser besonderen Situation ahnen können. "Selbstverständlich bin ich bereit, in dieser Situation Verantwortung für unser Land zu übernehmen."

Linke sieht Schwesig als Chance

Die Linke, Oppositionspartei im Schweriner Landtag, beschwor nach dem Bekanntwerden des Rückzugs von Ministerpräsident Sellering die Chance einer politischen Wende im Nordosten. Die Partei sehe mit Manuela Schwesig die Möglichkeit, einen wirklichen politischen Neuanfang zu wagen, so die Linken-Fraktionschefin Simone Oldenburg. Schwesig könne mit den Linken ihre aktuellen Wahlversprechen zur Bundestagswahl umsetzen, erklärte auch Linken-Landesvorsitzende Heidrun Blum. Sie stünde jederzeit zu Gesprächen bereit.

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