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Analyse zum Marathonlauf - Wann fällt die Zwei-Stunden-Marke?

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Unter zwei Stunden hat es noch keiner gepackt. Der aktuelle Marathon-Weltrekord liegt noch deutlich darüber. Nun wurde berechnet, wann die magische Grenze geknackt werden könnte.

Grafik: Entwicklung der Marathon-Weltrekorde bis 2018
Grafik: Entwicklung der Marathon-Weltrekorde bis 2018
Quelle: ZDF/IAAF/marathonguide.com/Monash University

Der Mensch wird immer schneller: Nicht nur mit technischer Hilfe zu Wasser oder in der Luft - auch zu Fuß bewegen wir uns von einem Rekord zum nächsten. Besonders mit Blick auf den Leistungssport wird das deutlich. 1908 haben Läufer noch fast eine ganze Stunde länger für die 42,2 Kilometer Marathondistanz gebraucht. Vor 111 Jahren lag der Weltrekord bei 2:55:18. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 2:01:39. Den holte erst vor einem halben Jahr der Kenianer Eliud Kipchoge beim Berlin-Marathon.

Der Kenianer Eliud Kipchoge gewinnt den Berlin Marathon
Der Kenianer Eliud Kipchoge gewinnt den Berlin Marathon
Quelle: reuters

Doch die Zeit der Bestleistungen könnte bald zu Ende gehen. Das zumindest ergibt sich aus Modellrechnungen von Simon Angus von der Monash University in Melbourne (Australien). Dieser Analyse zufolge liegt die maximal erreichbare Siegeszeit für Männer bei 1:58:05 Stunden und für Frauen bei 2:05:31 Stunden. Die Studie ist im Fachjournal "Medicine & Science in Sports & Exercise" erschienen.

Angus ist Wirtschaftswissenschaftler und verwendete ein ökonomisches Modell, um Prognosen für weitere Rekorde abzuleiten. Als Ausgangsdaten nutzte er die offiziellen Weltrekorde des Weltleichtathletikverbands IAAF von Männern und Frauen seit 1950. In dieser Zeit verringerte sich die Rekordzeit bei den Männern um 19 Minuten, bei den Frauen sogar um 82 Minuten.

Bruch der Zwei-Stunden-Marke bis 2032?

Der Forscher befasste sich auch mit der Frage, wann ein Mann einen Marathon in weniger als zwei Stunden laufen wird. "Wenn im Mai 2032 ein IAAF-Marathon gelaufen wird, würde ich voraussagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Läufer in diesem Fall die Zwei-Stunden-Marke durchbricht, zehn Prozent beträgt", wird Angus in einer Mitteilung der Monash University zitiert.

Der aktuelle Rekordhalter Kipchoge hatte im Jahr 2017 ohne Erfolg versucht, die Schallmauer von zwei Stunden zu durchbrechen. Auf dem Formel-1-Kurs im italienischen Monza drehte er unter Laborbedingungen seine Runden. Doch mit einer Zeit von 2:00:25 Stunden - die nicht als offizieller Weltrekord anerkannt ist - blieb er knapp unter seinem Ziel.

Wahrscheinlichkeit bis 2054 erhöht

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei den Männern ein offizieller Weltrekord unter zwei Stunden gelaufen wird, steigt nach den Modellrechnungen bis 2054 auf 25 Prozent an.

Bei den Frauen hält nach wie vor der Weltrekord von 2:15:25, den die Britin Paula Radcliffe 2003 aufgestellt hatte. "Basierend auf der äquivalenten Leistungsdifferenz zur erwarteten Bestzeit aller Zeiten für Frauen wäre ein Ziel von 2:10:00 Stunden oder das Projekt unter 130 Minuten ein vernünftiger Kristallisationspunkt, um internationale Impulse zu setzen", betont Angus, der selbst Marathonläufer ist. Er geht davon aus, dass es gerade in Afrika noch viele unentdeckte Läufertalente gibt, die ausfindig gemacht und gefördert werden könnten.

"Urmenschliches Interesse an künftigen Entwicklungen"

Für Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln, der nicht an der Studie beteiligt war, entspringen solche Berechnungen dem urmenschlichen Interesse an künftigen Entwicklungen. "Konkret bieten diese Modellrechnungen natürlich eine Benchmark, an der sich Sportler und Trainer zumindest grob orientieren können hinsichtlich realistischer sportlicher Zielsetzungen."

Allerdings gebe es auch Grenzen solcher Modelle, sagt der Sportmediziner: "Vollkommen neue Laufschuhe oder Trainingstechniken oder sonstige unerwartete Entwicklungen können zu unerwarteten Quantensprüngen in der Leistung führen."

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