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Gedenken an den Holocaust - "Marsch der Lebenden" beginnt

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Tausende Juden aus aller Welt gehen im Gedenken an den Holocaust den Weg von Auschwitz nach Birkenau. Auch die Präsidenten Polens und Israels werden erwartet.

Beim sogenannten "Marsch der Lebenden" in Ausschwitz erinnerten tausende junge Menschen aus aller Welt an die 6 Millionen im Holocaust ermordeten Juden.

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Am Donnerstag hat sich mittags in Polen der "Marsch der Lebenden" in Bewegung gesetzt. Im Gedenken an den Holocaust gehen jährlich Tausende Juden den Weg von Auschwitz nach Birkenau, dem größten der deutschen Konzentrationslager. Die Organisatoren erwarteten dieses Jahr mit 12.000 Menschen mehr Teilnehmer als je zuvor. Erklärtes Ziel der Veranstalter ist es, die Teilnehmer dazu zu inspirieren, "gegen Gleichgültigkeit, Rassismus und Ungerechtigkeit zu kämpfen". Das Programm solle die jüdische Identität stärken.

Streit um das Holocaust-Gesetz

Angeführt wird der Marsch von den Präsidenten Polens und Israels, Andrzej Duda und Reuven Rivlin. Die Beziehung der Länder ist seit Monaten angespannt. Seit Anfang März gilt in Polen das Holocaust-Gesetz, das es unter Strafe stellt, dem polnischen Staat oder Volk "öffentlich und entgegen der Fakten" eine Verantwortung für Verbrechen der Nazis in Polen zuzuschreiben. Die nationalkonservative Regierungspartei PiS wollte damit die Bezeichnung von Konzentrationslagern der Nazis als "polnische Todeslager" in der öffentlichen Debatte unterbinden.

International schlug dem Gesetz viel Kritik entgegen, besonders aus Israel. Deren Regierung sieht es als Versuch an, Verbrechen von Polen in dieser Zeit zu verschleiern. Der israelische Geheimdienstminister Israel Katz sagte, das Gesetz stelle "ein Abstreifen der eigenen Verantwortung dar und eine Verleugnung von Polens Anteil am Holocaust an den Juden".

Gedenktag für die Opfer des Holocausts

Der Marsch der Lebenden beginnt seit 1988 jährlich an Yom Hashoa, dem israelischen Gedenktag für die Opfer des Holocausts. Bereits am Mittwochabend hatte in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem die Eröffnungszeremonie stattgefunden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte dabei eine Rede gehalten, in der er auch auf das internationale Atomabkommen mit dem Iran und den Syrienkrieg einging. Am folgenden Vormittag heulten im ganzen Land zwei Minuten lang die Sirenen. Autofahrer stiegen aus und Fußgänger hielten an, um still der Opfer des Holocausts zu gedenken.

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