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Debatte um G20-Krawalle - Schulz kontert Herrmann: "Eine Frechheit"

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Auf den Vorwurf von CSU-Innenminister Joachim Herrmann, SPD sowie Grüne und Linke würden Linksextremismus verharmlosen, reagiert Martin Schulz (SPD) empört: "Meine Partei in Verbindung mit diesem Mob zu bringen, ist eine Frechheit." Zudem seien die Gewalttäter in Hamburg, die für sich reklamierten, links zu sein, "bescheuert, aber nicht links", sagt Schulz im ZDF.

Auf den Vorwurf seines CSU-Kollegen Joachim Herrmann, die SPD sowie Grüne und Linkspartei würden Linksextremismus verharmlosen, reagiert Martin Schulz (SPD) in Berlin direkt empört. "Meine Partei in Verbindung mit diesem Mob zu bringen, ist eine …

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Die "parteipolitischen Scharmützel" des bayerischen Innenministers gingen ihm "echt auf den Keks", sagt der SPD-Kanzlerkandidat am Abend in der Sendung "Berlin direkt". Da seien 20.000 Polizeibeamte, die in Hamburg den Rechtsstaat unter Einsatz ihrer Gesundheit verteidigten "gegen diese Form von, ja man muss schon fast sagen, Terrorismus, den man da erlebt hat". Bei denen wolle er sich ausdrücklich bedanken, so Schulz.

Herrmann: Linksextremismus unterschätzt

Und seinen CSU-Kollegen fordert er auf, er solle aufhören in so einer Situation irgendwelche "parteitaktischen Spielchen" zu spielen. "Herr Herrmann soll sich mal um die Sicherheitsprobleme in Bayern kümmern, da hat er genug zu tun", sagt Schulz.

Joachim Herrmann hatte zuvor, ebenfalls in der Sendung "Berlin direkt", kritisiert, dass "das Treiben von linksautonomen Kräften in der Tat seit Jahren deutlich unterschätzt" werde. Zwar seien sich die Parteien einig, was die Bekämpfung von Rechtsextremismus und islamistischem Extremismus angehe, aber beim Linksextremismus höre das auf. "Ich stelle immer wieder fest, dass schon Teile der SPD, große Teile der Grünen, und total die Linkspartei überhaupt nichts davon hören will, wenn man von Linksextremismus in unserem Land redet", betont der CSU-Politiker.

Gewalttäter sind "bescheuert, aber nicht links"

"Ein Frechheit" sei es, so Schulz, seine "Partei in Verbindung mit diesem Mob zu bringen". Die Leute, die da für sich reklamierten, "sie seien links, die sind bescheuert, aber nicht links", denn "links und Gewaltanwendung schließt sich gegenseitig aus", so der SPD-Politiker weiter.

Im Gegensatz zu seinem Parteikollegen, Außenminister Sigmar Gabriel, glaubt Schulz aber nicht, dass durch die Bilder aus Hamburg Deutschlands Ansehen in der Welt gelitten habe. Aber es seien keine "schönen Bilder" gewesen, alle hätten sich andere Bilder gewünscht.

An G20-Treffen festhalten

Trotzdem seien Treffen der G20-Staaten "immer sinnvoll", betont Schulz, auch wenn das, was dabei herausgekommen sei, sehr "mäßig" war. Es sei traurig, dass nach den USA nun auch der türkische Staatspräsident aus dem Klimaabkommen aussteigen wolle.

Für künftige G20-Treffen plädiert Schulz dafür, auch den Generalsekretär der Vereinten Nationen zum G20-Gipfel einzuladen. Über ihn hätten "die Ärmsten der Armen, die bei den G20 nämlich nicht mit am Tisch sitzen, aber am stärksten betroffen sind" von Klimawandel, Migrationsfragen oder unfairem Handel, eine Stimme auf dem Gipfel.

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