Sie sind hier:

60.000 müssen wegen Weltkriegsbombe raus - Evakuierung in Frankfurt beginnt ohne Probleme

Datum:

Es ist die größte Evakuierungsaktion der deutschen Nachkriegsgeschichte: Mehr als 60.000 Menschen verlassen derzeit in Frankfurt ihre Wohnungen wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe. Frankfurts Oberbürgermeister lobte die Evakuierung: "Bislang scheint alles zu klappen."

Nach dem Fund einer 1,8 Tonnen schweren Weltkriegsbombe läuft in Frankfurt am frühen Morgen die größte Evakuierungsaktion der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Polizei zufolge müssen knapp 70.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Auch die Behörden zeigten sich mit dem bisherigen Verlauf der Evakuierung zufrieden. "Die Menschen verlassen zügig das Gebiet", sagte der Chef der Frankfurter Berufsfeuerwehr, Reinhard Ries. Bis gegen 11 Uhr sollten noch diejenigen Menschen aus der Sperrzone rund um den Fundort herausgeholt werden, die das Gebiet nicht selbstständig verlassen konnten. Nach Angaben der Feuerwehr sind rund 500 solcher Transporte angemeldet worden.

Die mehr als 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe soll nach dem bisherigen Verlauf ab 12 Uhr entschärft werden. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes rechnen mit einer Dauer von rund vier Stunden.

Bahnverkehr nicht betroffen

Die Polizei überprüfte, ob wirklich alle Menschen das Gebiet verlassen haben. Einige Tausend Polizisten sind unterwegs. Vereinzelt waren auch Lautsprecherdurchsagen zu hören. Wegen Nebels in Frankfurt konnte ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera aber zunächst nicht wie geplant starten.

Der Frankfurter Hauptbahnhof liegt außerhalb der Sperrzone, der Bahnverkehr ist daher nicht von Einschränkungen betroffen. Die Bombenentschärfung könnte aber zumindest ab Mittag Folgen für den Luftverkehr haben. Denn bei Ostwind überqueren normalerweise einige Flugzeuge im Anflug auf den größten deutschen Flughafen in Frankfurt das Gebiet über dem Fundort der Bombe.

Am frühen Sonntagmorgen war die Stimmung in Frankfurt zunächst sehr entspannt. Viele Menschen hatten ihre Häuser offenbar schon am Samstag verlassen. Die Behörden hoffen, dass alle Menschen freiwillig die Sperrzone räumen. Ansonsten könnte der Zeitplan für die Entschärfungsaktion durcheinandergeraten. Die Patienten von zwei Krankenhäusern und die Bewohner mehrerer Altenheime waren bereits am Samstag in Sicherheit gebracht worden.

Freier Eintritt in Museen

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte beim Besuch eines Ausweichquartiers für Anwohner: "Bislang scheint alles zu klappen. Logistik und Vorbereitungen scheinen super zu sein." Man könne den Tag nutzen, um die Kultur in Frankfurt zu erkunden. Feldmann verteilt in der Messehalle Zettel, auf denen auf den freien Eintritt für betroffene Anwohner in städtische Museen hingewiesen wird.

Weil die alte Weltkriegsbombe mit 1,4 Tonnen Sprengstoff bei einer Explosion große Schäden anrichten könnte, hatten sich die Behörden zu der umfangreichen Evakuierung entschlossen. Die Bombe war bei Bauarbeiten nahe dem Campus Westend entdeckt worden.

Bereits am Samstag hatten wegen einer Bombenentschärfung in Koblenz (Rheinland-Pfalz) rund 21.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Die Entschärfung des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg gelang ohne Probleme.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.