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Massenmord in Las Vegas - "Wir brauchen die Waffenkontrolle jetzt sofort"

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Amerikanische Country-Musikstars äußern sich geschockt über den Massenmord der am Sonntag ein Open-Air-Festival in Las Vegas in ein Gemetzel verwandelt hat. Szenen, die selbst langjährige Waffenenthusiasten ins Grübeln bringen. Mindestens 59 Menschen starben bei dem Massaker, Hunderte wurden verletzt.

In Las Vegas haben die Menschen mit Mahnwachen an die Opfer des Massakers erinnert. Die Polizei sucht weiter nach dem Motiv des 64-jährigen Täters. Er hat mindestens 59 Besucher eines Konzerts erschossen und Hunderte verletzt.

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Das Route91 Harvest Festival lockte Country-Fans aus den ganzen USA an, um die größten Stars des Landes zu hören, darunter Jason Aldean, Eric Church und Sam Hunt.

Doch das Konzert wurde zu einer Tragödie: Während dem Konzert eröffnete der 64-jährige Stephen Paddock das Feuer aus einem Hotelzimmer in der Nähe auf das Festivalgelände. Mindestens 59 Menschen starben.

"Wir brauchen die Waffenkontrolle jetzt sofort"

Caleb Keeter, Gitarrist des Sängers Josh Abbott, hat am Sonntag auf dem Festival gespielt. Später sagte er, er sei sein ganzes Leben lang ein Anhänger des Rechtes gewesen, Waffen tragen zu dürfen. "Bis zu den Ereignisse der letzten Nacht. Ich kann nicht ausdrücken, wie falsch ich lag."

"Wir brauchen die Waffenkontrolle jetzt sofort. Mein größtes Bedauern ist, dass ich das erst erkannt habe, als meine Brüder auf der Straße und ich selbst bedroht waren", sagte Keeter auf Twitter.

Aldean, der Headliner am Sonntagabend, hatte gerade erst die Bühne betreten, als die ersten Schüsse fielen und Tausende Menschen versuchten in Deckung zu gehen.

Trump will noch nicht über eine Verschärfung der Waffengesetze sprechen

In den USA gibt es immer wieder tödliche Angriffe mit Schusswaffen. Trotz mehrerer Amokläufe an Schulen und Universitäten gelang es Trumps Vorgänger Barack Obama nicht, gegen den Widerstand der Republikaner schärfere Waffengesetze durchzusetzen. In jüngster Zeit gab es zudem mehrere blutige Anschläge auf Bars oder Veranstaltungsorte. Das Weiße Haus erklärte nach den Schüssen von Las Vegas, eine Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze sei "verfrüht", bevor nicht die Hintergründe geklärt seien.

US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag über den Täter: "Er war ein kranker Mann, ein verrückter Mann. Der Republikaner bekräftigte indes, dass auch er zunächst nicht über das Waffenrecht diskutieren will. "Wir werden über Waffengesetze im Laufe der Zeit sprechen." Trump will am Mittwoch nach Las Vegas fliegen und dort auch Verletzte und Hinterbliebene von Opfern des Massakers treffen.

Schlimmstes Massaker der jüngeren Geschichte

Paddocks Tat ist das schlimmste Massaker in der jüngeren US-Geschichte. Sheriff Joseph Lombardo sprach von mindestens 59 Toten und 527 Verletzten.

Ermittler rekonstruierten den Tatablauf: Am Sonntagabend durchbrach Paddock mit einem Hammer oder ähnlichem die Scheibe seines Zimmers im 32. Stock des Hotels "Mandalay Bay" in Las Vegas. Er schoss mit automatischen Waffen auf tausende völlig wehrlose Menschen, die sich zu einem Freiluftkonzert eingefunden hatte. Bevor Sondereinheiten sein Zimmer stürmen konnten, erschoss er sich. Ermittler stellten in dem Zimmer 16 Schusswaffen sicher.

Bei einer Razzia in Paddocks Privathaus in Mesquite 130 Kilometer von Las Vegas entfernt fanden Beamte dem Sheriff zufolge weitere 18 Schusswaffen, tausende Schuss Munition, den Sprengstoff Tannerit sowie Ammoniumnitrat, das zum Bombenbau verwendet wird. Auch das zweite Wohnhaus des Mannes in Reno sollte untersucht werden.

Motive liegen im Dunkeln

Die Beweggründe des Täters lagen zunächst im Dunkeln. Die Bundespolizei FBI und der Auslandsgeheimdienst CIA reagierten skeptisch auf eine Mitteilung der Dschihadistenmiliz IS, der zufolge Paddock zum Islam konvertiert war und die Tat als "Soldat des IS" beging. Laut Polizei gab es dafür zunächst keinerlei Belege. Ein CIA-Sprecher warnte vor "vorschnellen Schlüssen, bevor alle Informationen ausgewertet sind".

Die Ermittler gingen bis auf weiteres davon aus, dass es sich bei Paddock um einen Einzeltäter handelte. Sheriff Lombardo bezeichnete ihn als "Psychopathen" und "einsamen Wolf".

"Absolut kein Waffennarr"

Paddocks Bruder Eric schilderte ihn in US-Medien als unauffälligen und wohlhabenden Mann. "Er hatte wahrscheinlich nicht mal einen Strafzettel", sagte Eric Paddock. Stephen Paddock habe keine "politischen oder religiösen Verbindungen" gepflegt und sei "absolut kein Waffennarr" gewesen. Die Familie könne sich keinen Reim auf das Geschehen machen.

Allerdings habe sich Stephen Paddock einer starken Spielleidenschaft hingegeben und oftmals tausende Dollar beim Glücksspiel eingesetzt. "Er hat mir einmal eine SMS geschickt und geschrieben, dass er 250.000 Dollar im Casino gewonnen hat", berichtete Eric Paddock.

Der familiäre Hintergrund des Täters ist schillernd: Sein vor einigen Jahren verstorbener Vater war ein Bankräuber und wurde zeitweise von der Bundespolizei FBI auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher geführt. Nach Darstellung von Eric Paddock hatten er und sein Bruder jedoch keinen Kontakt zum Vater.

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