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Masterplan der Forstminister - 800 Millionen Euro sollen Deutschlands Wälder retten

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Stürme, Borkenkäfer und anhaltende Dürre vernichten weite Flächen - unserem Wald geht es so schlecht wie lange nicht. Mehrere Länder machen sich für Soforthilfen stark.

Dem Wald geht es schlecht, auch durch den Klimawandel. Forstminister fordern daher einen Masterplan für den Wald - Landwirtschaftsministerin Klöckner plant einen Krisengipfel.

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Angesichts des Klimawandels fordern Forstminister aus mehreren Bundesländern einen deutschlandweiten Masterplan für den Wald. In einer am Donnerstag im sächsischen Moritzburg bei Dresden verabschiedeten Erklärung beziffern sie dafür notwendige Gelder vom Bund auf 800 Millionen Euro. Wie das sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mitteilte, sollten die Mittel den Ländern in den nächsten vier Jahren für akute, aber auch langfristige Maßnahmen zum Erhalt des Waldes zur Verfügung gestellt werden.

Waldbesitzer überfordert

"Die vorhandenen personellen, logistischen und finanziellen Mittel reichen gegenwärtig nicht aus, um frisch befallene Bäume zeitnah einzuschlagen und für einen Abtransport des Holzes zu sorgen", heißt es in der "Moritzburger Erklärung". Insbesondere private, aber auch öffentliche Waldbesitzer seien vielfach mit den notwendigen Arbeiten bei der Schadenssanierung und der Bekämpfung der Schadinsekten überfordert. Die Aufteilung der Bundesmittel soll jeweils jährlich nach dem Umfang der Schäden in den Ländern erfolgen.

Die vorhandenen personellen, logistischen und finanziellen Mittel reichen gegenwärtig nicht aus, um frisch befallene Bäume zeitnah einzuschlagen und für einen Abtransport des Holzes zu sorgen.
"Moritzburger Erklärung"

Die Erklärung wurde den Angaben zufolge Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) übergeben, die an dem Treffen der Forstminister von CDU und CSU aus fünf Ländern in Moritzburg teilnahm. "Wir stehen vor einer immensen Aufgabe, die wir alle gemeinsam - Bund und Länder - angehen müssen", betonte Klöckner.

Gebraucht werde schnelle, pragmatische Hilfe beim Abtransport von Schadholz und bei der Wiederaufforstung. Das Ziel sei nicht nur, die entstandenen Freiflächen wieder zu bewalden, sondern den Wald an den Klimawandel anzupassen, erklärte Klöckner weiter.

Mehr als 100.000 Hektar Wald seit 2018 zerstört

Der in Moritzburg verabschiedete "Masterplan für Deutschlands Wälder" umfasst Vorschläge zu nachhaltiger Waldbewirtschaftung, Schadensbeseitigung und den klimaangepassten Waldumbau. Eine nachhaltige Nutzung bedeute auch einen verstärkten Einsatz von Holz im Bau, in Industrie und Handwerk, heißt es darin.

Die Forstminister und Vertreter aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen betonten auch, dass die Beseitigung der aktuellen Waldschäden und die notwendige Wiederaufforstung gesamtgesellschaftliche Aufgaben seien. Bundesweit haben Stürme, Dürre und Borkenkäfer den Angaben zufolge seit vergangenem Jahr mehr als 100.000 Hektar Wald zerstört.

Der verheerende Borkenkäferbefall führe derzeit zum Absterben ganzer Wälder, unterstrich Sachsens Forstminister Thomas Schmidt (CDU). Die Holzpreise seien im Keller. Waldbesitzer seien mit den Ressourcen an ihren Grenzen angelangt. "Der ohnehin laufende Waldumbau muss noch mehr als bisher auf das sich ändernde Klima ausgerichtet sein", forderte Schmidt. Nur so könne dem deutschen Wald aus der Krise geholfen werden. Klöckner plant nach eigenen Angaben im September einem nationalen Waldgipfel.

BUND warnt vor "Waldsterben 2.0"

"Die Wälder in Deutschland sind derzeit einer katastrophalen Situation ausgesetzt", betonte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm. Ziel für Sachsen sei es, 50 Millionen neue Bäume bis 2030 im Freistaat zu pflanzen.

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hatte den Klimanotstand für den Wald ausgerufen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte zuletzt vor einem "Waldsterben 2.0" gewarnt. Den von Klöckner geplanten Waldgipfel begrüßte der Umweltverband.

Dies könne jedoch "nur ein erster Schritt sein und darf vor allem kein Show-Gipfel werden", hieß es. Was dringend gebraucht werde, seien konkrete und effektive Maßnahmen, um das Waldsterben zu stoppen. Insgesamt verfügt Deutschland etwa über elf Millionen Hektar Waldfläche. Das sind etwa ein Drittel der Landesfläche.

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