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Stadtnatur gegen Betonwüsten - Masterplan für grünes Gras statt grauer Steine

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Penibel gemähter Rasen oder wildwachsende Wiese? Im Umweltministerium wünscht man sich, dass die Natur mehr Platz bekommt - auch in den Städten. Das helfe nicht nur den Insekten.

Keine Steingärten mehr für besseres Klima
Quelle: ZDF

Blühende Wiesen zwischen Straßen und Parkplätzen, begrünte Dächer und Rückzugsräume für Insekten und andere Tiere: Die Bundesregierung will mehr Natur in die deutschen Städte bringen. Förderprogramme und Zuschüsse, ein Ideenwettbewerb und Info-Kampagnen sollen dafür sorgen, dass Stadtplaner, Unternehmen und Privatleute mehr grüne Flächen anlegen.

Trend zu "Gärten des Grauens"

Den "Masterplan Stadtnatur" beschloss das Bundeskabinett am Donnerstag in Berlin. Das solle nicht nur Tieren und Pflanzen helfen, sondern auch Erholungsräume für Stadtbewohner schaffen und die Anpassung an den Klimawandel voranbringen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold (SPD). "Betonwüsten" müssten in Zeiten von Starkregen und Hitzewellen der Vergangenheit angehören. "Wir müssen unsere Städte umbauen und hier auch für mehr Grün, für mehr Beschattung sorgen." Wo Boden entsiegelt werde, also freigelegt, könne Wasser besser ablaufen.

Das Bundesumweltministerium wolle mit gutem Beispiel vorangehen, sagte Pronold, der hinter dem Gebäude in Berlin vor einer kleinen Wiese mit hohem Gras auf dem Ministeriumsgelände stand. So eine Wiese wolle man nun auch im Bonner Teil des Ministeriums anlegen. Bundesgebäude sollten "Leuchtturmprojekte" sein auch für grüne Dächer und Fassaden. Der SPD-Politiker kritisierte den Trend zu "Steinwüsten" in Gärten und sprach von "Gärten des Grauens" - für die biologische Vielfalt sei Grün wichtig, auch wenn sich über Geschmack streiten lasse.

Städte müssen sich für extreme Wetterereignisse wappen

Pronold räumte ein, dass der Bund den Kommunen keine Vorgaben machen kann, was den Natur-Anteil in der Stadt angeht. Es gebe aber auch einen Vorteil für die Städte: Eine insektenfreundliche Blumenwiese müsse man nur einmal im Jahr mähen, das spare Kosten. Die kommunalen Unternehmen lobten den "Masterplan" als wichtigen Schritt, um Städte für extreme Wetterereignisse zu wappnen. Schon jetzt haben es Städte schwerer etwa die Hitze abzukühlen, wie das Video erklärt:

Es brauche einen anderen Umgang mit Niederschlägen und Wasserflächen, sagte Katherina Reiche, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Der Naturschutzbund Nabu forderte, Stadtgrün im Baurecht zu verankern. Städtisches Grün sorge in Zeiten der Klimaerhitzung für zusätzliche Kühlung überhitzter Innenstädte, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke.

Grüne kritisieren Plan als "reines Lippenbekenntnis ohne Substanz"

Die Grünen im Bundestag kritisierten den Plan als "reines Lippenbekenntnis ohne Substanz". Es fehlten handfeste Aussagen zur Finanzierung, erklärt Daniela Wagner, die Sprecherin der Fraktion für Stadtentwicklung. Zur Finanzierung sagte Pronold, es gebe "in der Tendenz mehr Geld": Bestehende Programme würden umgeschichtet, so dass mehr Mittel für Grün in der Stadt bereitstünden. Er halte es auch für möglich, dass künftig mehr Geld vom Bund dafür ausgegeben werde.

Pflegeleichtes Grün ist für Insekten oft lebensfeindlich. Mit einer bewussten Auswahl für die richtigen Pflanzen kann aber schnell eine Oase für etliche kleine Tiere entstehen, wie im Video zu sehen ist:

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2 min
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