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"maybrit illner" zum CDU-Vorsitz - Von der Leyen "verblüfft" über Schäuble

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Kramp-Karrenbauer? Merz? Spahn? 1.001 CDU-Delegierte wählen heute Merkels Nachfolge. Von der Leyen zeigt sich bei "maybrit illner" über Schäubles Plädoyer für Merz "verblüfft".

Ursula von der Leyen bei "maybrit illner"

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Sollte der Zeitplan aufgehen, dann beginnt in Hamburg gegen 16.30 Uhr die Wahl des neuen CDU-Parteivorsitzes. Bis dahin gebe es noch "viel Summen und Brummen" unter den 1.001 Delegierten, berichtete Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner". Das Rennen sei offen.

Merkel und CDU-Vizes halten sich bedeckt

Verwundert zeigte sich von der Leyen über das öffentliche Votum von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) zugunsten von Friedrich Merz. Das habe sie "verblüfft", sagte die CDU-Vize. Denn sie habe in den vergangenen Jahren erlebt, wie Schäuble Jens Spahn gefördert habe. Laut von der Leyen ist Schäuble auch "in hohem Maße beeindruckt" von den Leistungen Annegret Kramp-Karrenbauers. Doch auch Schäubles Freundschaft zu Merz sei bekannt gewesen.

Ihre Favoritin oder ihren Favoriten für das Amt nannte von der Leyen nicht. Noch-Parteichefin Angela Merkel und ihre fünf Stellvertreter hätten beschlossen, sich im Vorfeld der Abstimmung nicht zu positionieren. Es sei wichtig, die unterschiedlichen Flügel zu integrieren, sagte von der Leyen: konservativ, liberal, christlich-sozial.

In der CDU beginnt eine neue Ära. Die Journalistin Jana Hensel prognostizierte bei "maybrit illner" aber bereits: "Im Moment feiert man sich für Demokratie und Pluralismus, aber ab Montag geht der Katzenjammer los."

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Ex-Minister Jung für Merz

Der ehemalige Bundesminister Franz Josef Jung (CDU) sprach sich in der Sendung klar für Merz aus. "Friedrich Merz ist ein Hoffnungsträger für die CDU", sagte Jung. Im Falle einer Wahl zum CDU-Chef werde Merz mit Merkel als Kanzlerin "gut zusammenarbeiten". Jung hofft, dass in einem möglichen zweiten Wahlgang Stimmen aus dem Spahn-Lager zu Merz wandern. Der Ex-Minister hat damit auch seinen Neffen im Blick, den CDU-Politiker und Parteitags-Delegierten Ingmar Jung. Dieser sei mit Jens Spahn befreundet und werde im ersten Wahlgang für Spahn stimmen, sagte Franz Josef Jung.

CDU-Nachwuchspolitikerin Diana Kinnert positionierte sich nicht klar für einen Kandidaten oder eine Kandidatin. Alle drei hätten Vor- und Nachteile. Sie lobte aber Merz‘ Wirtschaftskompetenz. Wenn es etwa darum gehe, das Ruhrgebiet in die Zukunft zu führen, könne "vielleicht ein Friedrich Merz helfen". Bei allen drei Kandidaten vermisse sie eine "gesellschaftspolitische Liberalität". Daher sei Grünen-Politiker Robert Habeck eine Gefahr für die Union, den nächsten Kanzler zu stellen.

Von Lucke: AKK strategisch besser für CDU

Der Politologe und Publizist Albrecht von Lucke sieht in Annegret Kramp-Karrenbauer mehr Chancen für die CDU, um Wahlen zu gewinnen. Merz würde zu einer "Revitalisierung der SPD" führen und den Grünen weiter Auftrieb verleihen. Eine Unionsspitze aus Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder sei für viele Frauen nicht wählbar, sagte von Lucke. Merz stehe für eine "reine Ankündigungsrhetorik".

Auch wenn Merz vielleicht mehr polarisiere: Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) sagte, Merz werde als CDU-Chef "kein einziges Problem der SPD" lösen. Oppermann kritisierte Merz‘ Sozialpolitik. Merkel habe sich 2005 von einem neoliberalen Kurs verabschiedet. Es wäre nun eine "seltene Ironie der Geschichte", wenn Merz an den Kurs von einst anknüpfen wolle. Das würde aber "am Widerstand der Sozialdemokratie scheitern", sagte Oppermann. In Merz sieht der SPD-Politiker zunächst keine Gefahr für Merkels Kanzlerschaft. Früher oder später werde aber ein Konflikt "sicherlich passieren".

Autorin: CDU droht "Katzenjammer"

Die ostdeutsche Autorin und Journalistin Jana Hensel sagte der CDU einen "Katzenjammer" voraus. Sie könne nicht erkennen, wie die CDU nach den Flügelkämpfen geeint werde. Außer den Grünen hätte keine Partei eine Strategie, "dem AfD-Problem zu begegnen". Dabei sei auch im Osten Deutschlands der "übergroße Teil der Gesellschaft" für ein "weltoffenes solidarisches Miteinander". Hensels Plädoyer: "Volkspartei bedeutet, eben nicht alte Zeiten zu beschwören, sondern Angebote an viele Gruppen der Gesellschaft zu machen."

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