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Mayotte - Frankreichs heimliche Trauminsel im Indischen Ozean

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Auf Mayotte gibt es nur wenige Touristen, dafür aber eines der größten Korallenriffe und eine eindrucksvolle Tierwelt.

Ein Pier auf Mayotte
Schon Fernweh? Mayotte
Quelle: picture alliance/robertharding

Der Bootsmotor tuckert los, Gischt spritzt auf. Armini, der Kapitän, steuert das Boot aus dem Hafen von Mamoudzou hinaus in die tiefblaue Lagune von Mayotte. Die von Palmen und Mangobäumen bewachsene Insel erinnert mit ihren markanten Hügeln aus der Ferne an Jim Knopfs Lummerland. Nach einer Weile sind in der Ferne Schaumkronen auf dem Meer zu sehen. "Da wollen wir hin, das ist das Korallenriff", ruft Armini und steuert geradewegs darauf zu. 

Plötzlich ändert das Wasser seine Farbe, wird azurblau, dann türkisfarben. Armini stellt den Motor ab, einer aus der Gruppe lässt rasselnd den Anker ins Wasser hinunter. Mayotte, die französische Insel zwischen Madagaskar und Mosambik, hat eine der größten geschlossenen Lagunen weltweit und ist von etwa 250 Kilometer langen Korallenriffen umgeben. 

Nur 55.000 Touristen pro Jahr

Jährlich kommen aber nur etwa 55.000 Touristen, die meisten von ihnen besuchen Verwandte. Auf unserem Boot sind vor allem Festlandfranzosen, die auf Mayotte als Lehrer oder in Hilfsorganisationen arbeiten. Mayotte wird kaum als Reiseziel vermarktet, wohl auch, weil die Preise relativ hoch sind. Ein Großteil der Waren wird vom französischen Festland importiert.

"Taucherbrille, Schnorchel, Flossen ... und ab ins Wasser", empfiehlt Armini. Der Indische Ozean ist hier am Riff seicht und warm. Unter Wasser gleiten die Taucher in eine bunte Traumwelt ab, die augenblicklich vergessen lässt, dass irgendwo ein Boot auf sie wartet. Wer schnorchelt, hört nur das eigene Prusten in der Plastikröhre. 

Da sind blau-gelb gestreifte Fische, die elegant zwischen den verästelten Korallen zu schweben scheinen. Ein großer schwarzer Fisch mit einer weißen Schwanzflosse verschwindet blitzschnell in der Tiefe. Dann zieht ein Schwarm kleiner Fische vorbei, die so intensiv blau schillern, dass sie wie von innen erleuchtet scheinen. 

Auf Tuchfühlung mit Delfinen und Buckelwalen

Zurück auf dem Boot schenkt der Kapitän Kaffee aus der Thermoskanne aus und zieht den Anker ein. Sein Telefon klingelt, er tauscht sich mit Kollegen darüber aus, wo sich heute Delfine und Buckelwale tummeln. "Wir sind noch an der Badewanne", sagt er, "wir kommen rüber." 

Eine Kolonie von Juwelen-Fahnenbarschen im Indischen Ozean bei Mayotte
Mayotte ist von einem 250 Kilometer langen Korallenriff umgeben - Heimat auch für diese Kolonie von Juwelen-Fahnenbarschen.
Quelle: picture alliance / Photoshot

Mit zusammengekniffenen Augen suchen die Passagiere das Wasser ab, bis einer plötzlich "Elf Uhr!" ruft und die Rückenflossen der Delfine zu sehen sind. Als hätten sie nur auf Publikum gewartet, schießen sie aus dem Wasser, drehen sich um ihre eigene Achse und tauchen wieder ins Wasser ab - besser als jede Seelöwenfütterung im Zoo.

Die Buckelwale, die wir anschließend aufspüren, sind weniger agil, aber durch ihre schiere Größe ebenso eindrucksvoll. "Die werden bis zu 18 Meter lang und wiegen bis zu 25 Tonnen", erklärt Armini. Er stellt den Motor ab, und die Passagiere hören gebannt auf das gewaltige Röcheln der riesigen Säugetiere, die sich vor Mayotte zur Paarung treffen. Zu sehen sind nur die Rückenflossen und ab und zu eine dunkle Masse, die sich wie eine Insel aus dem Wasser hebt. 

Schildkröten gehören zu Mayotte dazu

Zum "Apéro" gibt es später Baguette mit Fischpaste. Das Ritual mag französisch sein, der Ort ist nahezu unwirklich: Eine weiße Sandbank im türkisfarbenen Wasser, wo die Wellen Muscheln und Korallen hin- und her spülen. Dazu ein leicht alkoholisiertes Kokosgetränk, und die Szene wirkt wie eine kitschige Rum-Werbung oder ein weit verbreiteter Bildschirmschoner. 

Auf einem Bootsausflug vom Hauptort Mamoudzou aus lassen sich schon reichlich exotische Tiere sehen - doch wer Mayotte besucht, der schaut üblicherweise auch noch bei den Schildkröten vorbei. Die sind an mehreren Stränden der Insel zuhause, und einer der am bequemsten erreichbare ist N’gouja im Südwesten der Insel.

Dort krabbeln die Weibchen in der Nacht mit der Flut an den Strand, um ihre weichschaligen Eier abzulegen. Wenn der Himmel nachts verhangen ist, finden sich am nächsten Morgen zumindest ihre Spuren, die aussehen, als sei jemand mit einem kleinen Traktor im Sand herumgefahren. Und kaum ist die Sonne über der Bucht aufgegangen, lassen sich die Schildkröten wunderbar unter Wasser beobachten, wie sie gemächlich am Meeresboden weiden. 

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