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"Alle waren Zivilisten" - Über 100 Tote bei Angriff auf Dorf in Mali

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Eine bewaffnete Gruppe stürmt ein Dorf in Mali. Sie tötet Kinder, Schwangere und Alte. Die Gewalt schockiert, die Sicherheitslage in dem westafrikanischen Land ist mehr als fragil.

Verbrannte Trümmer liegen kurz nach einem Angriff auf das malische Dorf Ogossogou am 24.03.2019
Verbrannte Trümmer liegen in einem Haus kurz nach einem Angriff auf das malische Dorf Ogossogou.
Quelle: dpa

Im Zentrum Malis hat eine bewaffnete Gruppe ein Dorf überfallen und Einwohner massakriert. Ein Sprecher des malischen Militärs ging nach ersten Zählungen von mindestens 115 Todesopfern aus. Das Büro von UN-Generalsekretär António Guterres sprach von 134 Toten und Dutzenden Verletzten.

Unklar, wer hinter dem Überfall steckt

Alle waren Zivilisten, es gibt viele Verletzte und eine Reihe von Häusern wurden angezündet.
Amadou Koita, Regierungssprecher in Mali

Nach Militärangaben stürmten unbekannte Bewaffnete am Samstagmorgen das Dorf Ogossagou Peulh in der Region Mopti. Unter den Toten seien schwangere Frauen, kleine Kinder und Senioren. "Die Zahl der Todesopfer ist grausam. Alle waren Zivilisten, es gibt viele Verletzte und eine Reihe von Häusern wurden angezündet", sagte Regierungssprecher Amadou Koita. Es gab demnach Hunderte Fälle von Brandstiftung. Die Regierung sandte Truppen, um die Gegend zu sichern.

UN-Chef Guterres zeigte sich schockiert von der Gewalt. Er forderte die malischen Behörden auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, "um Frieden und Stabilität nach Zentralmali zurückzubringen". Wer hinter dem Überfall steckt, war zunächst unklar.

Karte von Mali mit der Ortschaft Ogossogou
Quelle: ZDF

Sicherheitslage immer weiter verschlechtert

Die Spirale der Gewalt in Zentralmali muss unterbrochen werden.
Auswärtiges Amt

Das Auswärtige Amt verurteilte das Massaker in einer Stellungnahme. "Die Spirale der Gewalt in Zentralmali muss unterbrochen werden. Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden", hieß es. Dazu sei wichtig, dass Mali die Sicherheitsverantwortung in der Region übernehme. "Deutschland steht bereit, hierbei zu unterstützen", erklärte das Auswärtige Amt.

Nachdem islamistische und andere Aufständische den Norden Malis 2012 vorübergehend unter ihre Kontrolle gebracht hatten, hat sich die Sicherheitslage in dem westafrikanischen Land immer weiter verschlechtert. Bewaffnete Gruppen greifen neben Zivilisten auch immer wieder einheimische und internationale Streitkräfte an. Eine UN-Friedensmission ist seit 2013 in Mali im Einsatz.

In der Region Mopti gibt es seit Jahren immer wieder Kämpfe zwischen dem auch als Fulbe oder Fulani bekannten Hirtenvolk der Peul und der Volksgruppe der Dogon um den Zugang zu Wasser und Land. Dabei wurden nach Angaben der Vereinten Nationen Hunderte Zivilpersonen getötet. Seit Jahresbeginn hat sich der ethnische Konflikt weiter verschärft.

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