Sie sind hier:

Winterwetter - Bereits mehr als 45 Kältetote in Europa

Datum:

Die sibirische Kälte lässt Europa nicht los: In vielen Ländern blieben Schulen geschlossen, Schnee und Eis sorgten für Chaos. Die Zahl der Kältetoten stieg auf mehr als 45.

Großbritannien, das eigentlich recht milde Winter kennt, bibbert derzeit bei zweistelligen Minusgraden im bittersten Winter seit 30 Jahren. Durch starken Schneefall kam es im ganzen Land zu Verkehrsstörungen. Und „The Beast from the East“ sorgt weiterhin …

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Allein in Polen gab es 18 Tote. In Deutschland starben zwei Menschen, als sie in zugefrorene Gewässer einbrachen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe registrierte deutschlandweit vier Kältetote.

Großvater stirbt nach Rettung seines Enkels

Dramatische Szenen spielten sich im baden-württembergischen Creglingen ab: Dort starb ein 79 Jahre alter Mann bei einer Rettungsaktion für seinen beim Schlittschuhlaufen in einen See eingebrochenen Enkel, wie die Polizei in Heilbronn am Mittwoch mitteilte. Der Großvater konnte bei dem Unglück am Dienstag den acht Jahre alten Jungen aus dem eiskalten Wasser retten. Er brach aber selbst ein. Der 79-Jährige konnte zwar von Helfern an Land gebracht werden, verstarb aber.

Im niedersächsischen Winsen entdeckte ein Spaziergänger am Mittwoch die Leiche eines 38-jährigen Manns, der offenbar nachts in einen vereisten Fluss eingebrochen und danach bei der schneidenden Kälte erfroren war. Bereits am Montag war eine obdachlose Frau in einem Waldstück bei Leipzig erfroren.

Meiste Opfer sind Obdachlose

Auch in den Niederlanden starb ein Schlittschuhläufer, als die Eisschicht unter ihm nachgab. In Tschechien gab es bislang sechs Tote, in Litauen fünf, in Frankreich und der Slowakei jeweils vier. Italien, Serbien und Rumänien meldeten jeweils zwei Todesopfer. Die meisten Opfer sind Obdachlose.

Städte in ganz Europa versuchten deshalb, so rasch wie möglich weitere Notunterkünfte zu öffnen. Notpläne der Behörden im nordfranzösischen Calais sahen Unterkünfte auch für Flüchtlinge vor, die unter freiem Himmel ausharrten. Nachdem eine etwa 90-jährige Frau erfroren vor ihrem Altenheim aufgefunden worden war, riefen die französischen Behörden auch dazu auf, ein Auge auf betagte Verwandte oder Nachbarn zu haben. In Belgien wiesen mehrere Kommunen unterdessen Obdachlose zwangsweise in Unterkünfte ein.

Minus 36 Grad in den Schweizer Alpen

"The Beast from the East", "Sibirischer Bär", "Schneekanone", "Moskau-Paris" - Medien haben der Kältewelle eine Vielzahl von Namen gegeben. In vielen Teilen Europas fiel das Thermometer auf minus 20 Grad. Belgien und die Schweiz registrierten die kälteste Nacht in diesem Winter, im auf 1.850 Metern Höhe gelegenen Schweizer Glattalp wurden minus 36 Grad gemessen.

Im Kosovo sowie in Teilen Bosniens, Albaniens, Großbritanniens, Italiens und Portugals blieben die Schulen geschlossen. Im Kosovo sollte darüber hinaus der Strom stundenweise gedrosselt werden, um die Versorgung trotz der vielen Stromheizungen sicherzustellen.

Irland rüstet sich für Schneesturm

In Irland sorgte der angekündigte Sturm "Emma", der am Donnerstag zu den heftigsten Schneefällen in dem Land seit 1982 führen dürfte, für leere Regale. Viele Einwohner richteten sich mit Hamsterkäufen auf einen Tag zu Hause ein. Die Billigfluggesellschaft Ryanair strich alle Flüge von und nach Dublin. Das Auswärtige Amt in Berlin warnte in einem aktuellen Hinweis, vor allem an der Ostküste Irlands sei mit erheblichen Schneefällen und Verwehungen zu rechnen. "Der irische Wetterdienst rät, Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen und Fahrten nur zu unternehmen, wenn diese absolut notwendig sind."

Schneefall behinderte auch den Flug- und Straßenverkehr in Südfrankreich. Der Flughafen von Montpellier stellte am Mittwoch den Flugverkehr ein. Erst am Donnerstagmorgen sollten wieder Flieger abheben und landen. Der Airport von Biarritz am Atlantik meldete Verspätungen und Ausfälle. Der Wetterdienst Météo-France hatte für mehr als die Hälfte der Verwaltungsbezirke des Landes Warnungen herausgegeben, meist vor Schnee und Glatteis. Manche Straßen wurden zeitweise für Lastwagen gesperrt. Für die Region Paris warnten die Behörden vor Glatteis, das zu schweren Verkehrsstörungen führen könne.

Auch in Spanien Schneefälle

Die anhaltende Kälte in Europa hat sogar dem ansonsten nicht für seine Winterlandschaften bekannten Spanien heftige Schneefälle gebracht. In Katalonien fiel am Mittwoch in 272 Schulen der Unterricht aus, Straßen wurden von den Behörden gesperrt. Im gesamten Norden des Landes kam es zu Zug- und Flugverspätungen, was ein Verkehrschaos nach sich zog.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.