Sie sind hier:

Staatstrauer in Portugal - Mehr als 60 Tote bei Waldbränden

Datum:

Es ist der schwerste Waldbrand seit mehr als 50 Jahren in Portugal. Mehr als 60 Menschen sind tot. Etwa 30 von ihnen sterben auf der Flucht vor den Flammen in ihren Autos. Ministerpräsident Antonio Costa sprach von der größten Tragödie seit Jahren und kündigte eine dreitägige Staatstrauer an.

Im Norden Portugals im Kreis Pedrógão Grande haben verheerende Brände das Leben von über 60 Menschen gefordert. Experten gehen davon aus, dass ein Blitzschlag den Brand ausgelöst haben soll. Feuerwehr und Löschflugzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die Regierung von Portugal hat wegen des verheerenden Waldbrandes mit mehr als 60 Toten im Zentrum des Landes eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Mittlerweile seien zwei der insgesamt vier Feuerfronten unter Kontrolle, sagte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten aber weiter die Löscharbeiten.

Rund 700 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Sie kämpften vor allem bei der Kleinstadt Pedrógão Grande gegen die Flammen. Sie liegt etwa 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lissabon. Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" waren, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves. In der Region habe es wegen der Wälder schon viele Brände gegeben, "aber wir können uns nicht an eine Tragödie von diesem Ausmaß erinnern".

Auslöser möglicherweise Blitzeinschlag

Auslöser der Flammen war möglicherweise ein Blitzeinschlag, wie die Polizei mitteilte. Ermittler hätten einen Baum entdeckt, der während eines sogenannten Trockengewitters getroffen worden sei. Dabei verdunstet der Regen in der heißen Luft, noch bevor er auf dem Erdboden ankommt.

Isabel Brandoa wohnt in der Gegend und erklärte, sie habe um ihr Leben gefürchtet. "Gestern sahen wir das Feuer und dachten, es wäre noch weit weg", sagte sie. "Ich hätte nie gedacht, dass es zu uns kommen würde." Seit 3:30 Uhr am Morgen sei sie wach und habe ständig Angst gehabt, dass die Flammen sie erreichen würden. "Wenn es geregnet hätte, wäre das alles nicht passiert."

Zu Beginn des Brandes war die Feuerwehr nach Angaben von Augenzeugen völlig überfordert. "Als die Flammen in der Nacht unseren Häusern immer näherkamen, habe ich stundenlang keinen einzigen Feuerwehrmann gesehen", sagte eine ältere Frau dem Fernsehsender RTP. Bürgermeister Alves hatte zuvor eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften" beklagt.

Flüchtende Menschen sterben in ihren Autos

Der portugiesische Ministerpräsident Antonio Costa sprach von der schlimmsten Tragödie seit Jahren. Die Rettungskräfte hätten Schwierigkeiten, das betroffene Gebiet zu erreichen, weil das Feuer heftig wüte, sagte Costa.

Auf einer Straße zwischen Figueiró dos Vinhos und Castanheira de Pera wurden die Menschen in ihren Autos von den Flammen überrascht. Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser zu sehen.

EU-Länder versprechen Hilfe

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy zeigte sich erschüttert über das Unglück im Nachbarland. "Das portugiesische Volk kann auf unsere Solidarität und unsere Unterstützung zählen", twitterte er.

Auch die Bundesregierung bot Portugal Hilfe an, wie Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter schrieb. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe gegenüber dem portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa zudem die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck gebracht.

Die Europäische Union sagte Portugal angesichts der Waldbrände Hilfe zu. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, sprach den Portugiesen sein Mitgefühl aus und erklärte, die EU stehe bereit. Ein spanisches Löschflugzeug unterstützte bereits am Morgen die Brandbekämpfung. Die Ankunft eines weiteren wurde erwartet. Auch Frankreich entsandte drei Flugzeuge.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.