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Vor Libyens Küste - Mehr als hundert Flüchtlinge im Mittelmeer vermisst

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Nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes vor der Küste Libyens werden zahlreiche Todesopfer befürchtet. Mehr als hundert Menschen werden nach Angaben der libyschen Marine vermisst. Einige am Mittwoch gerettete Flüchtlinge hatten tagelang im Meer getrieben.

Bei einer Rettungsaktion auf dem Mittelmeer zwischen Libyen und Italien sind Schiffe zweier deutscher Hilfsorganisationen vorübergehend in Seenot geraten. Hans-Peter Buschheuer von der Sea-Eye spricht von einer „humanitären Notsituation“.

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Der Sprecher der libyschen Marine, Ajub Kacem, sagte, er könne nicht sagen, wann das Boot gekentert sei. Aber sieben am Mittwoch gerettete Flüchtlinge hätten bereits seit drei Tagen im Meer getrieben. Nach Angaben von Überlebenden seien mehr als 120 Menschen in dem Boot gewesen.

Schon mehr als 2.300 Tote in diesem Jahr

Demnach ereignete sich das Unglück im Meer vor Sabratha westlich von Tripolis. Das instabile Libyen ist Haupttransitland für Flüchtlinge, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. In diesem Jahr kamen auf der Route bereits zehntausende Menschen in Italien an. Nach UN-Angaben starben bei dem Versuch der Überfahrt seit Jahresbeginn mehr als 2.300 Menschen. Mehr als 3.000 Migranten wurden allein in der vergangenen Woche vom libyschen Grenzschutz aufgegriffen, noch bevor sie aufs Meer hinausfahren konnten.

Sabratha ist einer der Sammelpunkte für Flüchtlinge an der libyschen Küste, von dort starten viele Boote. Die Stadt ist seit Sonntag Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen verschiedenen bewaffneten Gruppen in dem Bürgerkriegsland.

Zahl der Flüchtlinge aus Libyen rückläufig

Die Ankunft von Flüchtlingen aus Libyen in Italien ist diesen Sommer stark zurückgegangen. Seit Mitte Juli waren es etwa 6.500 Flüchtlinge - das entspricht knapp 15 Prozent des Durchschnitts des gleichen Zeitraums in den Jahren 2014 bis 2016. Insgesamt kamen in Italien nach Schätzungen in diesem Jahr bereits mehr als 96.000 Flüchtlinge an.

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