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Gazastreifen - Tote und Hunderte Verletzte bei Protesten

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Bis Mitte Mai will die Hamas für ein "Recht auf Rückkehr" demonstrieren. Schon in den ersten Stunden gibt es Zusammenstöße mit der israelischen Armee - und auch die ersten Toten.

An Karfreitag gab es gewaltsame Zusammenstöße zwischen palästinensischen Demonstranten und dem israelischen Militär. 9 Palästinenser kamen ums Leben und 500 wurde verletzt.

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Tausende Palästinenser sind beim sogenannten "Marsch der Rückkehr" mit der israelischen Armee zusammengestoßen. Einige Demonstranten warfen Steine auf israelische Soldaten. Die Armee eröffnete daraufhin das Feuer. Mindestens elf Menschen wurden dabei getötet, nachdem ein palästinensischer Bauer bereits vor dem Beginn der Protestaktionen durch israelischen Panzerbeschuss ums Leben kam.

Wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden mindestens 1.000 Palästinenser bei den Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten durch Tränengas, Gummigeschosse und scharfe Munition verletzt.

Protestaktionen bis Mitte Mai

Die Protestaktionen sollen bis zum 70. Jahrestag der Gründung Israels Mitte Mai andauern. Die Hamas will ihren Anspruch auf ein "Recht auf Rückkehr" für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab. Die Blockade macht es der Hamas zunehmend schwerer, im Gazastreifen zu regieren. Andere Strategien, darunter Kriege mit Israel und Versöhnungsversuche mit der Fatah-Partei des im Westjordanland regierenden palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, haben die Isolation des Gazastreifens nicht beendet.

Protest außer Kontrolle

Die radikalislamische Hamas hatte zu Sitzblockaden an der Grenze aufgerufen und angekündigt, sie würden friedlich bleiben. Doch schon nach kurzer Zeit geriet der Protest außer Kontrolle. Das israelische Militär teilte mit, Tausende Palästinenser hätten sich daran beteiligt, brennende Reifen in Richtung der israelischen Soldaten zu rollen und sie mit Steinen zu bewerfen. Die Truppen hätten daraufhin das Feuer auf die größten "Anstifter" eröffnet.

Palästinensische Augenzeugen berichteten, dass sich Hunderte Menschen an den Zusammenstößen beteiligten. Tausende weitere hätten sich in den Zeltlagern versammelt, die an fünf verschiedenen Orten einige hundert Meter von der Grenze entfernt errichtet worden waren.

Neue Strategie?

Solche Massenzusammenkünfte wie diejenigen am Freitag scheinen eine neue Strategie der Hamas zu sein, die für Israel eine Herausforderung darstellen dürfte. Das israelische Militär hat angekündigt, vehement auf jegliche Überschreitungen des Grenzzauns zu reagieren. Gleichzeitig dürften die Spannungen immer weiter steigen, je mehr Opfer es gibt - ein Szenario, das Israel möglichst vermeiden möchte.

Hamas-Sprecher Fausi Barhum lobte die Beteiligung der Palästinenser. Der große Zuspruch zeige, dass die Palästinenser fest entschlossen seien, sich das Recht auf eine Rückkehr in ihre ursprünglichen Gebiete zurückholen wollten, sagte er. Niemand könne sie dabei stoppen.

Getöteter: Petersilien-Bauer oder Verdächtiger?

Durch den Panzerbeschuss, bei dem vor Sonnenaufgang ein Bauer getötet worden war, wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ein weiterer Mann verletzt. Ein Verwandter des Bauern, Jassir Samur, sagte, der 27-Jährige habe vor Sonnenaufgang Petersilie geerntet, die er später auf dem Markt habe verkaufen wollen. Er habe auf einem Feld nebenan gearbeitet, sie hätten sich dort mehr als einen Kilometer von der Grenze entfernt befunden.

Das israelische Militär dagegen erklärte, die Truppen hätten den Panzerbeschuss auf zwei Verdächtige gerichtet, die sich dem Zaun entlang des südlichen Gazastreifens genähert und sich verdächtig verhalten hätten. Es hatte seine Truppenzahl entlang der Grenze vor den Protesten verdoppelt. Scharfschützen, paramilitärische Grenzpolizisten und andere Spezialkräfte wurden entsendet.

Der Kommandeur der Einheiten im südlichen Israel, Ejal Samir, sagte am Freitag, das Militär habe Versuche identifiziert, Terroranschläge unter dem Deckmantel von Unruhen zu verüben. Die Bewohner von Gaza rief er auf, von der Grenze fern zu bleiben. Die Hamas machte er für die Gewalt verantwortlich.

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