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Zug kracht von Brücke - Bahnunglück in USA: Viel zu schnell in Kurve

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Knapp 130 Kilometer pro Stunde statt der erlaubten 50: In den USA kracht ein Zug von einer Brücke. Jetzt ist klar: Er war viel zu schnell. Mindestens drei Menschen starben.

Bei einem Zugunglück im US-Staat Washington sind drei Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden.

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Der am Montag im US-Staat Washington verunglückte Zug ist viel zu schnell gefahren. Der Zug sei mit 128 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen, erklärte die Verkehrssicherheitsbehörde NTSB nach Auswertung des Zugdatenschreibers. Erlaubt gewesen seien an der Unglücksstelle nur 48 Stundenkilometer. Bei dem Bahnunglück waren mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, 100 wurden verletzt, zehn von ihnen schwer.

Kontrolle nicht aktiviert

Ein Autofahrer sagte der "Seattle Times", er sei mit etwa 100 Kilometern pro Stunde parallel zur Bahnstrecke gefahren und der Zug habe ihn einige hundert Meter vor der Kurve noch überholt. Mehrere Waggons waren bei dem Unglück nahe der Stadt Tacoma von einer Brücke auf die vielbefahrene Straße gestürzt. Mit der Zugfahrt sollte ein neuer Streckenabschnitt eingeweiht werden. Die Route führt unter anderem durch eine Kurve über die Interstate 5 - dem Highway, über dem sich der Unfall ereignete.

In einem Telefonat mit Pressevertretern sagte Amtrak-Präsident Richard Anderson, die positive Zugkontrolle sei bei dem Vorfall nicht aktiviert gewesen. Diese Technik ermöglicht das Verlangsamen, Stoppen oder Beschleunigen eines Zuges. Anderson sagte, ihm tue sehr leid, was geschehen sei.

"Da war viel Metall"

Der Zug sei in voller Fahrt gewesen. Dann sei man plötzlich zu einer Art Biegung in den Gleisen gekommen und entgleist, beschrieb der Passagier Chris Karnes den Hergang in der "Seattle Times". Er und sein Freund hätten großes Glück gehabt, sie seien in die Polster der gegenüberliegenden Sitze geschleudert worden. "Das einzige Zugteil, das auf den Schienen ist, ist die hintere Lokomotive", schildert er die Situation nach dem Unglück. "Es gibt mehrere Waggons, die über die Überführung hängen."

Die Reisende Emma Shafer konnte sich aus einem Waggon befreien, der über der Überführung hing: "Nach dem Crash hat es sich seltsam ruhig angefühlt. Da war viel Metall (...), viel, das herumgeworfen wurde. Es war sehr ruhig und dann haben Leute angefangen, zu schreien."

Infokarte Tacoma, Washington, USA
Nach Betreiberangaben war der an der US-Westküste entgleiste Zug von Seattle nach Portland unterwegs. Quelle: ZDF

Neue Technik noch nicht im Einsatz

Der Zug befuhr die neu instand gesetzte Strecke zum ersten Mal - neue Lokomotiven, modernisierte Schienen und eine bessere Signaltechnik sollten die Fahrt zwischen Seattle und Portland im Bundesstaat Oregon verkürzen. Die neuen Lokomotiven sind zwar mit einer Technologie ausgestattet, welche die Geschwindigkeit der Züge kontrolliert und sie in Gefahrensituationen automatisch abbremst. Die Technologie sollte den Behörden zufolge aber erst im kommenden Jahr genutzt werden, wenn sie auf der gesamten Strecke einsatzbereit ist.

In den vergangenen Monaten hatten Lokalpolitiker und Behördenvertreter mehrfach Sicherheitsbedenken geäußert: Sie sorgten sich besonders um die Geschwindigkeit der Züge in den Kurven, die bis zu 127 Stundenkilometer erreichen sollte. Die Verkehrsbehörde des Bundesstaates versicherte, es habe wochenlang Inspektionen und Versuche gegeben.

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