Mein frustrierender CO2-Abdruck

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Klimaneutral leben - Mein frustrierender CO2-Abdruck

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Angeblich kann jeder etwas gegen den Klimawandel tun. Ich habe deshalb mein Konsumverhalten drastisch geändert. Mein erklärtes Ziel: So wenig CO2 zu verursachen wie nur möglich.

Manka Heise würde gern klimaneutral leben - stößt aber an Grenzen.

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Ich gebe zu, viele Umstellungen fallen mir leicht, ich wohne eben in der Stadt. Das Angebot für ein nachhaltigeres Leben ist gut und vielfältig.

In der Markthalle kaufe ich hauptsächlich mein Obst und Gemüse ein. Alles regional, alles aus dem Umland, und die Auswahl ist gut.

Waschmittel selbst abzapfen

Und Fleisch? Auch so ein Klimathema. Eigentlich esse ich kaum noch welches. Aber wenn ich doch mal Lust darauf habe, gehe ich in den Bio-Supermarkt. Hier gibt es regionales Fleisch und es ist vor allen Dingen unverpackt.

Müll ist ja auch so ein Riesenproblem. Aber seine eigenen Verpackungen kann man nicht überall mitbringen. Es ist ziemlich aufwendig, beim Waschmittelkauf beispielsweise nicht Unmengen von Plastikmüll zu produzieren. Ich fahre extra in einen Laden, in dem ich mein Waschmittel selber abzapfen kann.

Dafür muss ich natürlich morgens schon daran denken, meine leeren Verpackungen für das Waschmittel mitzunehmen. Ein bisschen nervig ist es schon, den ganzen Tag mit leeren Verpackungen durch die Stadt zu fahren. Lohnt sich aber: Ich produziere einfach viel weniger Müll.

Durch die Stadt mit dem Lastenrad

Meine Freundin Debbie hat kein Auto. Sie fährt ihre Kinder durch die Stadt in einem Lastenrad. "Das geht", sagt sie. "Damit erledigen wir unsere Einkäufe und das, was so bis fünf Kilometer entfernt ist. Und wenn wir in die andere Ecke von Berlin wollen, dann fahren wir mit den Öffis. Wenn wir einen Ausflug ins Havelland oder so machen wollen, dann leihen wir uns das Auto von der Oma."

In der Stadt auf ein Auto zu verzichten, ist möglich - ich habe übrigens auch keins.

Enttäuschende CO2-Bilanz

Guten Gewissens setze ich mich also an den Rechner und will auf den Seiten des Umweltbundesamtes meinen persönlichen C02-Wert berechnen.

Es geht um Konsumverhalten, Wohnen, Ernährung und Mobilität - also, bei mir: kaum Fleisch, Ökostrom, kein Auto, viel Fahrrad.

Und dann das enttäuschende Ergebnis: Acht Tonnen CO2.

Acht Tonnen: Das sind gerade mal drei Tonnen weniger als der Bundesdurchschnitt. Das ist sehr frustrierend und ich weiß nicht, wie ich jetzt mein Leben noch optimieren kann.

Wie kann ich meinen persönlichen CO2-Wert weiter senken?

Vor allem meine Wohnung ist ein Grund für meine enttäuschende CO2-Bilanz. Alleine die Tatsache, dass ich in einem Berliner Altbau wohne, verschlechtert meine CO2-Bilanz dramatisch. Das Haus ist energietechnisch nicht auf dem neuesten Stand - da kann ich nur wenig tun.

Wie soll ich da meinen persönlichen CO2-Wert weiter senken? Ich treffe Michael Bilharz, den Mann, der den CO2-Rechner für das Umweltbundesamt mit entwickelt hat. "Es geht ja nicht darum, dass wir einzelne Märtyrer in der Gesellschaft bekommen, die dann ihren CO2-Fußabdruck durch extreme Lebensweisen Richtung drei Tonnen, vier Tonnen schieben", sagt er. "Es geht darum, dass wir Pioniere des Wandels haben. Sie leben in Deutschland, mit der entsprechenden Infrastruktur. Der komplette Verkehr ist fossil, das heißt CO2-intensiv, dementsprechend haben Sie diesen nationalen Rucksack immer im Gepäck drin", sagt er.

"Die Politik muss von uns dahin gejagt werden"

"Veränderung schaffe ich also nur, wenn die Politik jetzt auch mal in die Hände spuckt", frage ich, "und wirklich was macht?"

"Da muss die Politik ran", glaubt Michael Bilharz vom Umweltbundesamt, "aber die Politik muss von uns auch dahin gejagt werden."

Dass die Politik nicht schneller und konsequenter gegen den Klimawandel vorgeht, finde ich frustrierend. Ich erwarte, dass sie Entscheidungen trifft und Bedingungen schafft, die es jedem möglich machen, klimafreundlich zu leben. Ich werde jedenfalls weitermachen.

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