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Flüchtlinge im Mittelmeer - Merkel will wieder staatliche Rettungsmission

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Vor Monaten wurde die Seenotrettungsmission "Sophia" eingestellt. Nun hat sich Kanzlerin Merkel dafür ausgesprochen, im Mittelmeer wieder staatlich organisiert zu retten.

Empfang zum Zapfenstreich: Bundeskanzlerin Angela Merkel
Beim Zapfenstreich von Ursula von der Leyen fordert Merkel eine erneute staatliche Rettungsmission im Mittelmeer.
Quelle: Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert für eine Wiederaufnahme der staatlich organisierten Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer. "Sicherlich wäre es gut, wir hätten auch heute wieder eine Mission Sophia und staatliche Schiffe, die retten würden", sagte Merkel am Donnerstagabend in Berlin bei einem Empfang zum Zapfenstreich für die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Seenotrettung so wichtig, wie Kampf gegen Schleuser

Seenotrettung sei ebenso notwendig wie die Bekämpfung von Schleusern. Im Rahmen des europäischen Seenotrettungseinsatzes Sophia waren seit 2015 Zehntausende Migranten aus dem Mittelmeer gerettet worden. Vor einigen Monaten wurde der Marine-Einsatz eingestellt, dem Italien heftigen Widerstand entgegenbrachte. Deutschland hatte sich für eine Fortsetzung der Seenotrettung starkgemacht.

Derweil stehen die nicht-staatlichen Rettungsmissionen weiter im Konflikt mit der italienischen Regierung. Von Bord des Rettungsschiffs "Open Arms" sind nun mehrere Flüchtlinge aus medizinischen Gründen auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa gebracht worden.

Not-Evakuierungen an Board der "Open Arms" gehen weiter

Die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms teilte am Donnerstagabend mit, fünf Menschen, die psychologischer Hilfe bedürfen, sei der Gang an Land erlaubt worden. Auch ihre Begleiter durften demnach das Schiff verlassen. Nach italienischen Medienberichten handelt es sich dabei um vier Flüchtlinge. "Es ist die fünfte Not-Evakuierung binnen 14 Tagen", schrieb Proactiva Open Arms in den sozialen Netzwerken. "Worauf warten sie, um allen Menschen zu erlauben, das Schiff zu verlassen - dass die medizinische Notlage unerträglich wird? Was für eine Grausamkeit."

Nach zähem Ringen hatte sich zuvor eine Lösung für die Aufnahme von zuletzt 147 Flüchtlingen abgezeichnet, die seit Tagen an Bord der "Open Arms" ausharren. Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte teilte mit, sechs EU-Staaten einschließlich Deutschlands hätten sich zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärt. Das Rettungsschiff ist seit Anfang August mit Flüchtlingen, die vor der libyschen Küste gerettet wurden, auf der Suche nach einem sicheren Hafen im Mittelmeer. Es erreichte am Donnerstag die Küste der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa.

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