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Merkel und Macron in Marseille - Die "Fortschrittlichen" suchen das Gemeinsame

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Mit einem "Bündnis der Fortschrittlichen" will Macron den Rechten in Europa entgegentreten. Fortschritte inhaltlicher Art gibt es bei seinem Treffen mit Merkel aber kaum.

Frankreichs Präsident Macron empfängt Kanzlerin Merkel in Marseille am 07.09.2018
Frankreichs Präsident Macron empfängt Bundeskanzlerin Merkel in Marseille.
Quelle: dpa

Für das Treffen mit Angela Merkel wählte Emmanuel Macron einen symbolischen Ort: Den historischen Pharo-Palast in Marseille. Von dort aus gibt es freie Sicht auf das Mittelmeer, das seit Jahren Schauplatz schlimmer Flüchtlingsdramen ist. Der französische Staatspräsident beriet am Freitag mit der deutschen Kanzlerin über die europäische Migrationspolitik, die den Zusammenhalt der 28-er-Gemeinschaft auf die Probe stellt.

Knapp zwei Wochen vor einem informellen EU-Gipfel im österreichischen Salzburg ist Merkel aber nicht die einzige Gesprächspartnerin Macrons. Der 40 Jahre alte Europafreund tourt durch Hauptstädte, um für seine Strategie zu werben, gegen die "Nationalisten" ein Lager der "Fortschrittlichen" aufzubauen. Merkel sieht der Élysée-Chef auf der Seite der Fortschrittlichen: "Da gibt es keine Zweideutigkeit."

Europawahl bereits im Blick

Bei seinem EU-Marathon hat Macron auch die Europawahl in acht Monaten im Blick. Der Ton zwischen dem sozialliberalen Staatschef und dem rechtskonservativen ungarischen Regierungschef Viktor Orban wird dabei immer schärfer. Falls Orban und Italiens Innenminister Matteo Salvini ihn als Hauptgegner sehen wollten, hätten sie recht, sagte er unlängst.

Der Kanzlerin, die öffentlich immer wieder vor einer Radikalisierung der Sprache in der Migrationsdebatte warnt, dürfte eine derartige Polarisierung nicht gelegen kommen. Das gilt selbst vor dem Hintergrund, dass Orban in der EU einer der lautstärksten Kritiker ihrer Migrationspolitik ist. Und Salvini macht es Deutschland derzeit nicht gerade leicht, ein von Merkel gewünschtes bilaterales Rücknahmeabkommen für Migranten abzuschließen, die etwa bereits in Italien Asyl beantragt haben.

Die Themen der Beratungen:

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