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Nach jüngstem Atomwaffentest - Merkel und Abe: Druck auf Nordkorea erhöhen

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Einigkeit zwischen Berlin und Tokio: Kanzlerin Merkel und ihr japanischer Kollege Abe fordern schärfere Sanktionen gegen Nordkorea. Der jüngste Atomwaffentest des Landes stelle eine Bedrohung der Sicherheit der ganzen Welt dar. Auch der Ton der USA bleibt scharf.

Nordkorea hat Peking bei früheren Atomtests vorab informiert - diesmal gab es keine Vorwarnung. Auch der politische Einfluss Chinas auf Nordkorea ist abgestürzt, seit Peking wirtschaftlichen Druck auf Pjöngjang ausübt.

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In einem Telefonat seien sich Angela Merkel und Shinzo Abe einig gewesen, dass das Vorgehen Nordkoreas eine "entschlossene Reaktion der Staatengemeinschaft sowie eine Verschärfung der Sanktionen nach sich ziehen müsse", teilte Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung, mit. Durch verstärkten Druck auf die Führung um Machthaber Kim Jong Un solle dessen Bereitschaft zu einer Lösung auf dem Verhandlungswege erhöht werden. Die Forderung richtete Kanzlerin Merkel insbesondere an China und Russland.

USA pochen auf "größtmögliche Sanktionen"

In der letzten Sitzung des Bundestags vor der Wahl am 24. September warb Merkel für eine friedliche Lösung, für die sich auch Europa einsetzen müsse. "Europa hat eine wichtige Stimme in der Welt", sagte sie. Im Übrigen sei es richtig, dass der UN-Sicherheitsrat eine klare Position beziehe. Merkel hatte zuvor mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und mit US-Präsident Donald Trump über die Krise gesprochen.

Die USA werfen Kim Jong Un vor, einen Krieg provozieren zu wollen, und dringen im UN-Sicherheitsrat auf "größtmögliche Sanktionen". Nordkorea hatte am Sonntag eigenen Angaben zufolge eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen. Das nordkoreanische Raketen- und Atomprogramm wird weltweit als ernste Gefahr angesehen.

Putin warnt vor "globaler Katastrophe"

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor vor einer "globalen Katastrophe und vielen Opfern" gewarnt. "Die derzeitige militärische Hysterie kann nichts Gutes bringen", sagte Putin in der südchinesischen Hafenstadt Xiamen. Nordkorea werde sein Atomprogramm nicht aufgeben, solange es sich nicht sicher fühle. "Es gibt keinen anderen Weg als Verhandlungen, um das nordkoreanische Atomproblem zu lösen."

Die USA sehen Forderungen nach einem Dialog mit Pjöngjang kritisch. Immer wieder sei mit Nordkorea verhandelt worden, was aber nicht funktioniert habe, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley am Montag in einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrats in New York. "Die Zeit für halbe Sachen" sei vorbei. Sie kündigte einen Katalog mit härteren Maßnahmen an, über den der Rat kommenden Montag abstimmen solle. Den USA geht es besonders um eine Aussetzung der Öllieferungen aus China nach Nordkorea.

China, das wie Russland zu Zurückhaltung mahnt, befürchtet einen Kollaps des Nachbarlandes mit unkalkulierbaren Folgen. Chinesische oder russische Ölkürzungen würden das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas nicht stoppen, sondern nur der Zivilbevölkerung schaden und beispielsweise zu Hungersnöten führen, warnte das auf Frieden und Sicherheit spezialisierte Nautilus Institute (USA/Kalifornien). Frühere Beispiele zeigten, dass Mangel nicht zu sozialer Instabilität führe, sondern dass die Nordkoreaner zumeist gehorchten.

Südkorea demonstriert Stärke

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, er wolle Japan und Südkorea massiv aufrüsten lassen. Er wolle es beiden Ländern "erlauben", bedeutend mehr besonders anspruchsvolle Militärausrüstung von den USA zu erwerben.

Als Reaktion auf den Atomtest der Nordkoreaner demonstrierte Südkorea mit neuen Manövern militärische Stärke. Kriegsschiffe hätten Schießübungen im Japanischen Meer durchgeführt, teilte die Marine mit. Zweck der Manöver sei gewesen, sofort auf potenzielle Provokationen Nordkoreas antworten zu können. Bereits am Montag hatte Südkoreas Militär einen Angriff mit Raketen auf das nordkoreanische Atomtestgelände im Nordosten des Nachbarlandes simuliert.

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