Sie sind hier:

Vor NATO-Gipfel in Brüssel - Merkel weist Trumps Kritik zurück

Datum:

Wortgefechte vor NATO-Gipfel: Kanzlerin Merkel hat Trumps Kritik über russischen Einfluss zurückgewiesen. Deutschland betreibe eine eigenständige Politik, sagte sie in Brüssel.

Ankuft von Angela Merkel beim Nato-Gipfel in Brüssel am 11.07.2018
Angela Merkel bei ihrer Ankunft zum NATO-Gipfel in Brüssel.
Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Vorwurf von einer Abhängigkeit Deutschlands von Russland zurückgewiesen. Sie habe selbst erlebt, wie ein Teil Deutschlands von der Sowjetunion kontrolliert worden sei, sagte die Kanzlerin und erinnerte damit an ihre eigene Vergangenheit in der DDR.

"Ich bin sehr froh, dass wir heute in Freiheit vereint sind als Bundesrepublik Deutschland und dass wir deshalb auch sagen können, dass wir unsere eigenständige Politik machen können, eigenständige Entscheidungen fällen können. Das ist sehr gut gerade für die Menschen in den neuen Bundesländern", sagte sie bei ihrer Ankunft beim NATO-Gipfel in Brüssel.

Trump: "Deutschland wird durch Russland kontrolliert"

Trump hatte Deutschland am Morgen vorgeworfen, sich durch russische Gaslieferungen von Moskau abhängig gemacht zu haben. "Deutschland wird vollkommen durch Russland kontrolliert", sagte Trump. "Sie zahlen Milliarden Dollar an Russland und dann müssen wir sie gegen Russland verteidigen." Gleichzeitig kritisierte der US-Präsident erneut die verhältnismäßig niedrigen Verteidigungsausgaben Deutschlands in der NATO.

Vor Beginn des Nato-Gipfels am Mittwoch in Brüssel hat US-Präsident Trump Deutschland heftig kritisiert. Er warf Deutschland vor, wegen der Abhängigkeit von Gaslieferungen "Gefangener Russlands" zu sein. Zudem fordert Trump höhere Militärausgaben.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Merkel räumte ein, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben nach dem Ende des Kalten Krieges reduziert habe "wie viele andere auch". Nun sei ihre Regierung aber bereit, die Beschlüsse des NATO-Gipfels von Wales von 2014 umzusetzen und sich bei den Verteidigungsausgaben "in Richtung zwei Prozent" der Wirtschaftsleistung zu bewegen.

Nach einer Schätzung der NATO wird Deutschland aber auch in diesem Jahr bei der NATO-Quote nur 1,24 Prozent schaffen. Dies ist genauso viel wie im Vorjahr. Merkel hatte im Juni zugesichert, dass Deutschland seine Ausgaben bis 2024 auf schrittweise auf 1,5 Prozent anheben will. Damit werde die Bundesrepublik zwischen 2014 und 2024 ihre Verteidigungsausgaben um 80 Prozent erhöht haben, sagte Merkel.

Merkel: Deutschland zweitgrößter Truppensteller in Afghanistan

Die Kanzlerin betonte gleichzeitig, dass Deutschland der zweitgrößte Truppensteller in Afghanistan und der NATO insgesamt sei. Damit verteidige ihr Land "auch die Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Merkel. Sie betonte, dass die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA der bisher einzige Fall gewesen sei, in dem die Beistandsgarantie in der NATO in Anspruch genommen wurde.

"Deutschland verdankt der NATO sehr viel", sagte Merkel. "Dass die Wiedervereinigung stattgefunden hat, hat auch sehr viel mit der NATO zu tun." Heute leiste Deutschland aber auch "viel für die NATO". Es tue dies "auch aus Überzeugung".

Der zweitägige NATO-Gipfel mit den Staats- und Regierungschefs aller 29 Bündnisstaaten beginnt offiziell am Mittag mit einer Zeremonie im NATO-Hauptquartier. Wichtiges Thema des zweitägigen Spitzentreffens sind die Bemühungen des Militärbündnisses, die Abschreckung und Verteidigung gegen Russland weiter zu stärken. Diese Themen dürften aber vom Streit um die Verteidigungsausgaben überschattet werden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.