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Messerattacke an Bahnhof - IS reklamiert tödlichen Angriff in Marseille für sich

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Nach einer tödlichen Messer-Attacke in Marseille hat die Terrormiliz Islamischer Staat die Tat für sich beansprucht. Derweil untersuchen Ermittler weiter, ob es sich tatsächlich um einen Terroranschlag handelte. Der Angreifer tötete am Sonntag zwei Frauen, bevor er von Soldaten erschossen wurde.

Bei einer Messerattacke in Marseille sind zwei Menschen getötet worden. Der Angriff ereignete sich am zentralen Bahnhof der Stadt. Die Ermittler prüfen, ob die Tat einen terroristischen Hintergrund hat.

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Der Angreifer sei ein "Soldat" des IS gewesen, meldete die IS-nahe Nachrichtenagentur Amaq am Sonntagabend. Die Attacke im Hauptbahnhof Saint-Charles der Stadt in Südfrankreich sei Teil eines Aufrufs gewesen, in Ländern anzugreifen, die die von den USA geführte Koalition in Syrien und im Irak unterstützten. Zeugen zufolge habe der Mann auf arabisch "Gott ist groß" gerufen, sagte Innenminister Gérard Collomb. Ob es sich jedoch um einen Terrorakt handle, werde noch untersucht. Die für Terrorfälle im ganzen Land zuständige Pariser Staatsanwaltschaft zog die Ermittlungen an sich.

Präsident Macron: Barbarische Attacke

Collomb sagte, die Polizei befrage etwa zehn Zeugen. Die Polizei habe Videoaufnahmen sichergestellt. Collomb war nach Marseille gereist, um sich dort mit Behördenmitarbeitern und Sicherheitskräften vor Ort zu treffen. Der Angriff ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 13.45 Uhr am Bahnhof Saint-Charles. Auf den Videoaufnahmen war nach Angaben des Innenministers zu sehen, dass der Mann zunächst eine Frau angreift, wegrennt, dann zurückkommt und die zweite attackiert. Anschließend sei der Angreifer auf herbei geilte Soldaten zu gerannt. Diese hätten ihn vor dem Bahnhof niedergestreckt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, er sei zutiefst empört über die barbarische Attacke. Die Sicherheitskräfte hätten besonnen und wirkungsvoll reagiert. Premierminister Édouard Philippe sprach den Angehörigen der Getöteten sein Mitgefühl aus und lobte die Soldaten, die den mutmaßlichen Täter erschossen. Sie hätten den Mann in einem Mordrausch gestoppt.

Am späten Sonntagnachmittag fuhren in Marseille wieder die ersten Züge. Die Eisenbahngesellschaft SNCF erklärte, ein Teil des Bahnhofs Saint Charles sei wieder geöffnet. Sie rief ihre Kunden aber auf, Reisen von und nach Marseille zu verschieben.

7.000 Soldaten patrouillieren in Frankreich

In Frankreich patrouillieren etwa 7.000 Soldaten vor wichtigen Touristenattraktionen, Gotteshäusern, Bahnhöfen und Flughäfen. Mitte September hatte ein Mann im Marseiller Bahnhof vier Amerikanerinnen mit Säure angegriffen. Nach Angaben der Ermittler ist er gemütskrank.

Seit Anfang 2015 wurden bei islamistischen Anschlägen in Frankreich 239 Menschen ermordet - die Attacke vom Sonntag nicht mitgerechnet. Mehrfach kam es auch schon zu Angriffen mit Hieb- oder Stichwaffen. Im Land gilt seit der Pariser Terrornacht vom 13. November 2015 der Ausnahmezustand. Das Parlament berät derzeit über eine weitere Verschärfung der Sicherheitsgesetze, die es ermöglichen soll, den Ausnahmezustand Anfang November auslaufen zu lassen.

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