Sie sind hier:

Nach ganztägigen Warnstreiks - Metaller verhandeln wieder

Datum:

Mit neuartigen ganztägigen Warnstreiks hat die IG Metall ihre Macht demonstriert. Sie fordert die 28-Stunden-Woche auf Wunsch. Nun setzen sich die Tarifparteien wieder zusammen.

Roman Zitzelsberger (l),  und Stefan Wolf (r) kommen am 11.1.2018 zu Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie
IG-Metall-Bezirkschef Roman Zitzelsberger (li.) und Südwestmetallchef Stefan Wolf Quelle: dpa

Nach mehreren Tagen mit Warnstreiks rund um die Uhr kommt Bewegung in den zuletzt festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie. An diesem Montag steht eine neue Verhandlungsrunde im Südwesten an. Vertreter von Gewerkschaft und Arbeitgebern treffen sich in der Stuttgarter Liederhalle zu Gesprächen.

Pilotabschluss erwartet

Die Metaller in Baden-Württemberg haben schon oft eine Tarifeinigung geschafft, die dann als Pilotabschluss von allen anderen Bezirken übernommen wurde. Damit würde in Stuttgart faktisch für alle 3,9 Millionen Beschäftigten der deutschen Schlüsselindustrie verhandelt. In dem Land selbst geht es um mehr als 900.000 Metaller. Zuletzt hatten die Tarifparteien Ende Januar in Stuttgart einen Anlauf zur Einigung unternommen, die Gespräche dann aber ohne Ergebnis abgebrochen.

Für den Abbruch hatten sich die beiden Parteien gegenseitig verantwortlich gemacht. Die Arbeitgeberseite hatte nach eigenen Angaben ein Entgeltangebot im Volumen von 6,8 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten angeboten. IG-Metall-Chef Hofmann hatte bemängelt, dass davon nur ein kleiner Teil dauerhaft in die Lohntabellen einfließen sollte und so nicht einmal die Inflation ausgleiche.

500.000 im Ausstand

Die Gewerkschaft verlangte ursprünglich sechs Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollten einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber bislang strikt abgelehnt haben.

Kompromisse müssen auch noch beim Arbeitsvolumen gefunden werden, das nach Maßgabe der Arbeitgeber in der aktuellen Hochkonjunktur trotz möglicher Arbeitszeitverkürzungen nicht schrumpfen soll.

Seit Mittwoch hatten sich laut IG Metall bundesweit rund 500.000 Beschäftigte an ganztägigen Warnstreiks beteiligt. Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann hatte bereits am Freitag erklärt, dass die Verhandlungen am Montag fortgesetzt werden könnten, wenn die Arbeitgeber bereit seien, "eine deutliche Schippe draufzulegen".

Arbeitszeit: Die Forderungen im Überblick

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.