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Tarifrunde - IG Metall fordert "Arbeitszeit, die zum Leben passt"

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"Wir wollen eine Arbeitszeit, die zum Leben passt", erklärt IG-Metall-Chef Jörg Hofmann im heute-journal die Forderung nach einer 28-Stunden-Woche bei der anstehenden Tarifrunde. Seine Rechnung: Mehr Zeit für Kinder, Familie und etwa Pflege sorgt für zufriedenere und damit leistungsfähigere Facharbeiter.

Claus Kleber im Gespräch mit Jörg Hofmann, dem ersten Vorsitzenden der IG-Metall: Es geht um eine neue Arbeitspolitik der IG-Metall. Hofmann setzt sich dabei für mehr Freiheiten. Arbeitszeiten sollen attraktiver für junge Leute und Fachkräfte gestaltet …

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Das Mantra der Vollzeitbeschäftigung sei mit dem Privatleben vor allem von jüngeren Menschen nicht mehr vereinbar, sagte Hofmann. "Wir wollen eine Arbeitszeitpolitik, die Menschen im Erwerbsleben hält und die Fachkräfte sichert." Betriebe seien heute sehr flexibel, was die Kunden angehe und die Auslastung in der Produktion. "Aber es gibt kaum Flexibilität, die auf Menschen Rücksicht nimmt, die Tag für Tag ihre Leistung erbringen. Flexibilität darf keine Einbahnstraße bleiben."

Die Konjunktur in der Metallindustrie, dem größten deutschen Industriezweig, bleibt nach Einschätzung der Gewerkschaft in Schwung. Angesichts des ungebrochenen Wachstums der Branche und einer schwungvollen Konjunktur sei die Größenordnung der Lohnforderung mehr als angemessen, hatte Hofmann zuvor klargestellt. "Es gibt keinen Grund zu Zurückhaltung", ergänzte er angesichts der Sechs-Prozent-Forderung. Die 3,9 Millionen Beschäftigten erwarteten, dass sie angemessen am Erfolg beteiligt würden.

IG Metall will kürzere Arbeitszeiten

Die Gewerkschaft wolle zudem einen "Paradigmenwechsel" in der Arbeitszeit erreichen, erklärte der Gewerkschaftschef. Maßgeblich für Flexibilität bei den Arbeitszeiten sei bisher vornehmlich das Interesse der Arbeitgeber. Jetzt verlangten die Beschäftigten mehr Selbstbestimmung.


Die IG Metall fordert deshalb unter dem Motto "Arbeitszeit, die zum Leben passt" die grundsätzliche Möglichkeit für alle Beschäftigten, zwei Jahre lang die Wochenarbeitszeit von 35 auf 28 Stunden zu verkürzen. Untere Tarifgruppen und Beschäftigte, die wegen Pflege oder Kinderbetreuung vorübergehend weniger arbeiten können, sollen einen teilweisen Lohnausgleich bekommen.

Arbeitgeber gegen kürzere Arbeitszeiten

Die endgültige Entscheidung liegt in zwei Wochen bei den regionalen Tarifkommissionen, die aber in aller Regel nicht mehr von der Empfehlung des Vorstands abweichen. Warnstreiks im wichtigsten Industriezweig Deutschlands sind ab dem 1. Januar kommenden Jahres möglich.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall lehnte die schon länger diskutierten Arbeitszeitforderungen ab, da Fachkräftemangel herrsche.

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