Sie sind hier:

Hannover Messe: Gastland Mexiko - "Mexikanische Start-ups sind auf gutem Weg"

Datum:

Das mexikanische Unternehmen MoTeBo hofft auf der Hannover Messe auf gute Geschäftskontakte in Deutschland. Gründer Vacas Jacques über Chancen und Risiken, die die Firma erwarten.

Intelligente Kleidung von MoTeBo
Intelligente Kleidung von MoTeBo Quelle: MoTeBo

heute.de: Herr Vacas Jacques, Sie haben das Start-up MoTeBo 2015 gegründet und sind bei der Hannover Messe dabei. Was macht Ihre Firma?

Paulino Vacas Jacques: MoTeBo ist ein junges Unternehmen, dass sich unter anderem auf die Produktion von intelligenten Textilien spezialisiert hat - "Wearable Technology" rund um das "Internet der Dinge". Zum Beispiel werden wir in Hannover das erste integrale System von schusssicheren Westen mit "Wearable Technology" präsentieren. Diese schusssichere Kleidung ist mit Smartphones oder anderen elektronischen Geräten kompatibel. Und wir präsentieren "Wearable Technology" aus der Gesundheitsbranche; Kleidungsstücke, die mithelfen, den Gesundheitszustand eines Menschen zu messen, der zum Beispiel Hilfe braucht, aber auch mal alleine ist. Oder wir zeigen eine Motorradjacke, die die Außentemperatur erkennt und ihren Fahrer dann automatisch in Wunschtemperatur wärmt. Die "Wearable Technology" ist ein großer Zukunftsmarkt, bis 2032 werden wir täglich mit 3.000 bis 5.000 intelligenten Produkten Kontakt haben.

heute.de: Mit welchen Erwartungen kommen Sie nach Deutschland? 

Vacas Jacques: Auf einer Messe wie in Hannover gibt es die Möglichkeit, zahlreiche Geschäftskontakte auf internationalem Niveau zu knüpfen. Wir hoffen, Handelspartner zu finden, zum Beispiel Firmen die daran interessiert sind, unsere Produkte zu vertreiben und zu verkaufen. Wir arbeiten in Deutschland bereits mit einigen Lieferanten zusammen, und deswegen ist es gut, auf der Messe zu sein. Das ist eine Tür für direkte Gespräche.

heute.de: Wie empfinden Sie das Klima für Start-ups in Mexiko?

Vacas Jacques: Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas gibt es jetzt seit 50 Jahren. Und zum ersten Mal war Mexiko diesmal mit einem eigenen Stand als Land vertreten. Insgesamt waren 20 der vielversprechendsten mexikanischen Unternehmen dabei, auch wir gehörten dazu. Das Klima für technologische Start-ups in Mexiko ist derzeit gut. Jüngst hat eine Studie festgestellt, dass Mexiko innerhalb Lateinamerikas nach Brasilien die meisten Start-ups hat. Es gibt Fortschritte bei Starthilfen für Firmengründungen, der Ausbildung, der Beschaffung von Kapital; aber wir würden uns auch wünschen, dass wir noch mehr Unterstützung bekämen. Insgesamt sind wir aber auf einem guten Weg.

heute.de: In Deutschland prägen Berichte über die Gewalt im Land das Image Mexikos. Raten Sie trotzdem dazu, in Mexiko zu investieren?

Vacas Jacques: Richtig ist, dass es diese Nachrichten und dass es Probleme mit der Sicherheit gibt. Trotzdem ist das Umfeld und das Klima für Investitionen günstig, denn es hat sich einiges getan. So haben sich die finanziellen Rahmenbedingungen für Investitionen verbessert, es gibt Institutionen, die Firmen auf ihrem Weg der Gründung helfen.

heute.de: Beeinflusst die Debatte über die Streitigkeiten mit der US-Regierung und das Handelsabkommen Nafta Ihre Entscheidungen? Ist Europa ein Alternativmarkt für mexikanische Unternehmen?

Vacas Jacques: Europa und Deutschland sind ja bereits ein bevorzugter Markt für diese Art von Handel, insbesondere für den Technologie-Sektor. MoTeBo ist dabei, ständig neue Märkte zu erschließen. Mexiko will in den nächsten Jahren ein wichtiger Faktor im Bereich des "Internet der Dinge" werden. Deswegen ist es auch so wichtig, dass wir auf der Hannover-Messe zeigen, welche Fortschritte das Land in diesem Bereich gemacht hat. Mexiko hat in seiner Roadmap, dass es 2025 der Marktführer in Lateinamerika im Bereich der digitalen Lösungen sein will. 

heute.de: Und wie könnten Deutschland und Europa mexikanischen Firmen dabei helfen?

Vacas Jacques: Indem sie zum Beispiel Zugang zu Kapital und Krediten erleichterten. Das wäre eine wichtige Unterstützung, um die nächsten Schritte zu tun. Und wir brauchen auch Hilfe beim Zugang auf den Markt. Es hilft nichts, wenn du zwar eine interessante Technologie hast, aber keinen Platz, wo du auf dem Markt landen kannst.

Das Interview führte Tobias Käufer

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.