ZDFheute

Mexiko: Nationalgarde soll Migranten stoppen

Sie sind hier:

Zollstreit mit USA - Mexiko: Nationalgarde soll Migranten stoppen

Datum:

Mexiko schickt Soldaten an seine Südgrenze, um Migranten auf ihrem Weg Richtung USA zu stoppen. Die Aktion soll drohende US-Strafzölle abwenden - bislang allerdings vergebens.

Mexikanische Militärpolizisten  sammeln sich am 5. Juni 2019 in Metapa an der Grenze zu Guatemala
Sollen Migranten von der Durchreise abhalten: Mexikanische Militärpolizei an der Grenze zu Guatemala
Quelle: AP

Im Streit mit den USA über Zölle und Einwanderung schickt Mexiko 6.000 Nationalgardisten an seine Südgrenze zu Guatemala. Das kündigte Außenminister Marcelo Ebrard nach einem Treffen mit US-Vertretern in Washington an. Die Soldaten sollen helfen, Migranten davon abzuhalten, ins Land zu gelangen, um dann weiter Richtung USA zu ziehen. US-Präsident Donald Trump hatte Mexiko mit Zöllen gedroht, sollte das Land nicht stärker gegen die Migration vorgehen.

Bei den Gesprächen über die Abgabe gab es zuletzt keine Einigung. Die USA seien zwar "ermutigt" durch das jüngste Angebot Mexikos, teilte US-Vizepräsident Mike Pence mit - jedoch träten nach derzeitigem Stand die Zölle trotzdem am kommenden Montag in Kraft. Es liege an Trump zu entscheiden, ob Mexiko sich ausreichend bemühe. Die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders teilte allerdings mit, Trumps Position habe sich nicht verändert.

Mexiko: Noch kein Abkommen, aber es geht voran

Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard war am Donnerstag mehrere Stunden im Washingtoner State Department und zeigte sich anschließend vorsichtig optimistisch. "Wir kommen voran", sagte er. "Wir haben noch kein Abkommen. Also werden wir morgen früh weiterarbeiten." Ebrards Sprecher Roberto Velasco twitterte: "Optionen werden weiterhin ausgelotet." Die Haltung der USA sei auf Maßnahmen zur Kontrolle der Einwanderung fokussiert, die mexikanische auf Entwicklung. Trotzdem wolle Mexiko die 6.000 Soldaten an der Grenze zu Guatemala bereitstellen, um die Migration zu kontrollieren, so Ebrard.

Karte von Mexiko, mit Guatemala und den USA
Trump will erreichen, dass Mexiko die Zahl der Migranten, die die US-Grenze erreichen, verringert.
Quelle: ZDF

Trump hatte mit fünf Prozent Zöllen auf alle Importe aus Mexiko gedroht. Diese sollen schrittweise auf bis zu 25 Prozent erhöht werden. Trump will erreichen, dass Mexiko die Zahl der zentralamerikanischen Migranten, die die US-Grenze erreichen, verringert. Das US-Heimatschutzministerium hatte jüngst Zahlen zu illegalen Grenzübertritten veröffentlicht: Demnach wurde im Mai ein Höhepunkt mit fast 133.000 Festnahmen erreicht. Darunter seien mehr als 84.000 Erwachsene mit Kindern gewesen, knapp 37.000 Erwachsene alleine und mehr als 11.000 Kinder, die allein unterwegs waren.

Einer der besprochenen Punkte bei den Verhandlungen zwischen Mexiko-Stadt und Washington war laut Pence ein mögliches Abkommen, dass es Migranten, die aus anderen Ländern nach Mexiko kommen, erschweren soll, einen Asylantrag in den USA zu stellen. Dagegen hat sich Mexiko lange gewehrt.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.