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Migrationsbericht 2018 - Wer kommt, wer bleibt

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Nach Deutschland wanderten 2018 zwar mehr Menschen ein - aber auch die Zahl der Abwanderungen ist gestiegen. Die Anzahl der Asylerstanträge ist dagegen rückläufig.

Archiv - Flüchtlinge gehen am 02.11.2015 in Passau am Bahnhof zu einem Sonderzug nach Köln
Der Migrationsbericht 2018 zeigt: Die Zahl der Asylerstanträge in Deutschland geht zurück.
Quelle: Angelika Warmuth/dpa

Das Bundesinnenministerium hat heute den Migrationsbericht für das Jahr 2018 vorgelegt. Der Bericht zeigt: Die Nettomigration geht zurück. Das bedeutet, dass zwar immer noch mehr Menschen nach Deutschland einwandern, als das Land verlassen - aber der Abstand zwischen Zu- und Abwanderung hat sich im Vergleich zu 2017 verringert.

Die meiste Zuwanderung nach Deutschland kommt aus EU-Staaten. Das Hauptherkunftsland von Zuwanderern bleibt wie im Vorjahr Rumänien, gefolgt von Polen und Bulgarien. Aus Syrien kamen 2018 weniger Menschen als im Vorjahr. Im Jahr 2017 belegte Syrien noch Platz 6 der Zuwanderungsländern, im Jahr 2018 ist es nur noch Platz 11.

Betrachtet man die Abwanderung und Zuwanderung aus den jeweiligen Ländern, bleiben am meisten Rumänen in Deutschland, gefolgt von Syrern, Kroaten und Bulgaren. Auch bei den Abwanderungen machen andere europäische Länder das Hauptziel aus: Etwa zwei Drittel der abwandernden Personen zogen 2018 in einen anderen EU-Mitgliedsstaat um. Nach Amerika zogen acht Prozent der Menschen, nach Australien und Ozeanien fünf Prozent. Nach Afrika wanderten nur drei Prozent der Menschen aus.

Die EU-Binnenmigration macht in Deutschland wie schon oben dargestellt, den Haupttantteil der Migration in Deutschland aus: 2018 kamen 792.796 Menschen aus anderen EU-Staaten nach Deutschland. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr fast konstant geblieben, im Jahr 2017 waren es 777.750 Menschen aus dem EU-Ausland.

Weniger Asylerstanträge

Abgenommen hat die Anzahl der Asylerstanträge. Es kommen also weniger geflüchtete Menschen nach Deutschland, die Asyl beantragen.

Woher kommen die Geflüchteten?

Seit 2014 kommen die meisten geflüchteten Menschen aus Syrien. Auch im Jahr 2018 kamen die meisten Menschen, die Asyl beantragt haben, aus Syrien, und zwar 44.167 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der syrischen Antragsteller auf Asyl um knapp 10 Prozent zurück, 2017 beantragten 48.974 Syrer Asyl in Deutschland. Auch die Anzahl der Iraker, die Asyl in Deutschland beantragt haben, ging zurück, es waren 25 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Zusammensetzung der zehn zugangsstärksten Staatsangehörigkeiten bei den Asylanträgen hat sich im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 nicht verändert, nur die Position einzelner Herkunftsländer. Nigeria zeigt dabei im Vergleich zum Vorjahr den größten Zuwachs von 30 Prozent den größten Rückgang weist Eritrea mit 46 Prozent auf. Auch die Asylanträge von Iranern gingen um 26 Prozent zurück.

Einwanderung von Fachkräften

Einen Anstieg gibt es zudem bei der Erwerbsmigration: Im Jahr 2018 zogen insgesamt 60.857 Menschen aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland zu, die einen Aufenthaltstitel zur Erwerbsmigration erhielten. 38.682 Menschen davon reisten für eine qualifizierte oder hochqualifizierte Tätigkeit ein - das sind 63,6 Prozent.

Ausländische Studierende

Die Zahl der Ausländer, die ein Studium in Deutschland aufgenommen haben, ist im Jahr 2018 angestiegen. Insgesamt begannen 109.995 Studierende mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung ein Studium an einer deutschen Hochschule, das sind knapp fünf Prozent mehr als 2017 (104.940 Studierende). Damit wurde im Jahr 2018 die bislang höchste Zahl an Ausländern unter den Erstsemestern verzeichnet.

Die größte Gruppe, die im Jahr 2018 ihr Studium an einer deutschen Hochschule begonnen hat, bildeten - wie schon seit 2006 - Studierende mit chinesischer Staatsangehörigkeit. Seit 2017 ist auch Syrien als wichtiges Herkunftsland vertreten. 2018 stellte Syrien mit über fünf Prozent die drittgrößte Gruppe der Ausländer im 1. Hochschulsemester. Auf dem zweiten Rang liegt Indien.

Die Migration in Deutschland seit 2000

Bei einem Anstieg der Zuwanderung verlassen mit einer zeitlichen Verzögerung auch vermehrt Menschen Deutschland, wie die Entwicklung seit 2010 zeigt. Zwischen 2000 und 2018 zogen 20,2 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Deutschland, im gleichen Zeitraum verließen aber auch 15,1 Millionen Menschen das Bundesgebiet, davon 12 Millionen ausländische Staatsangehörige.

Wie setzt sich die deutsche Bevölkerung zusammen?

Der Anteil der deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung beträgt in Deutschland 13 Prozent, der Anteil der ausländischen Personen 12 Prozent. Insgesamt stammt mehr als ein Drittel der Menschen mit Migrationshintergrund aus anderen EU-Staaten und knapp ein weiteres Drittel aus einem anderen europäischen Staat. Das restliche Drittel bilden Personen aus unterschiedlichen Ländern außerhalb Europas. Die größte Gruppe mit rund 2,8 Millionen sind Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.

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