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Mikroplastik - Bundesinstitut prüft Gesundheitsrisiko

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Forscher aus Österreich haben Mikroplastik in menschlichen Stuhlproben nachgewiesen. Die Wissenschaft rätselt: Wie gefährlich ist Mikroplastik im Körper?

Archiv: Mikroplastik
Mikroplastik-Partikel gelangen über Lebensmittel oder Zahnpasta auch in den menschlichen Magendarmtrakt.
Quelle: dpa

Nach den Funden von Mikroplastik in Stuhlproben hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) klargemacht, dass eine gesundheitliche Bewertung zur Aufnahme solcher Partikel über die Nahrung derzeit nicht möglich ist. Für eine entsprechende Beurteilung lägen dem BfR im Moment keine belastbaren Daten vor, teilte das Institut am Dienstag mit. Dass österreichische Forscher in menschlichen Stuhlproben Mikroplastik gefunden haben, überrascht das BfR aber nicht.

"Die Aufnahme von Mikroplastik in den Magendarmtrakt und damit der Nachweis im Kot ist erwartbar, da etwa Zahnpasta mit Mikroplastik auch versehentlich verschluckt werden kann oder Lebensmittel solche Teilchen als Kontaminanten enthalten können", teilte das BfR mit. Ein direktes gesundheitliches Risiko durch Mikroplastik in Peelings oder Duschgelen ist laut BfR derweil unwahrscheinlich. Bei dieser Partikelgröße sei eine Aufnahme über die gesunde und intakte Haut nicht zu erwarten. Allerdings gelangen die Partikel in die Umwelt.

Erstmals Mikroplastik in Stuhlproben

Forscher aus Österreich hatten bei einer Pilotstudie nach eigenen Angaben erstmals Mikroplastik in Stuhlproben von Menschen nachgewiesen. Die Kunststoffpartikel wurden in den Proben von allen acht Studienteilnehmern gefunden, wie die Medizinische Universität Wien und das österreichische Umweltbundesamt mitteilten.

Die Probanden im Alter zwischen 33 und 65 Jahren, die in Europa und Asien leben und sich nicht kennen, führten eine Woche lang ein Ernährungstagebuch und gaben anschließend die Stuhlprobe ab. Alle Teilnehmer nahmen in dieser Zeit in Plastik verpackte Lebensmittel oder Getränke aus PET-Flaschen zu sich. Die Mehrzahl von ihnen aß auch Fisch oder Meeresfrüchte, niemand ernährte sich ausschließlich vegetarisch.

Neun verschiedene Kunstoffarten gefunden

Die Forscher fanden bei ihren Untersuchungen anschließend neun verschiedene Kunststoffarten, die bis zu einem halben Millimeter groß waren. Im Durchschnitt fanden die Forscher 20 Mikroplastik-Teilchen pro zehn Gramm Stuhl. Am häufigsten fanden sich Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET) in den Proben. Ein Zusammenhang zwischen dem Ernährungsverhalten und einer Belastung mit Mikroplastik konnten die Wissenschaftler aufgrund der kleinen Probandengruppe nicht herstellen.

Mikroplastik gelangt unter anderem durch Autoreifen-Abrieb, Zerkleinerung von Bauschutt oder Kosmetika in die Umwelt, vielfach vor allem in Gewässer. Mikroplastik kann von Kläranlagen zudem nicht vollständig zurückgehalten werden.

In einer im August veröffentlichten Umfrage hat das BfR herausgefunden, dass 56 Prozent der Befragten besorgt über Mikroplastik in Lebensmitteln ist - ein Anstieg um 11 Prozent innerhalb von einem halben Jahr. "Das BfR führt derzeit Studien zur Aufnahme von Mikroplastikpartikeln über den Darm und den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen durch", erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel dazu. Das Institut nehme die Sorgen von Verbrauchern ernst. Daten, das es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen gekommen ist oder kommen könnte, habe das Institut aber nicht.

Mikroplastik: Trinkwasser soll besser überwacht werden

Die EU hat indes in erster Lesung einen Richtlinienentwurf verabschiedet, nach dem das Trinkwasser der EU-Länder künftig sauberer werden soll. Neben der Reduzierung der zulässigen Höchstwerte für Blei, für schädliche Bakterien oder bestimmte Stoffe, die als möglicherweise krebserregend oder hormonverändernd eingestuft werden, wolle man erstmals den Gehalt von winzigen Plastikteilchen - Mikroplastik - im Leitungswasser überwachen.

Die Abgeordneten sprachen sich außerdem dafür aus, dass die Mitgliedstaaten etwa dank Trinkwasserbrunnen oder kostenlosem Leitungswasser in Restaurants den Zugang zu Wasser verbessern. Ziel ist auch, dass die Europäer mehr aus dem Hahn und weniger aus Plastikflaschen trinken, um die Müllmassen einzudämmen.

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