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Mikroplastik im Trinkwasser - WHO: Keine Gesundheitsgefahr

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Die WHO betrachtet Mikroplastik im Trinkwasser derzeit nicht als akute Gesundheitsgefahr. Es gebe aber noch Fragezeichen. Der BUND sprach von vorschneller Entwarnung.

Ein Wasserglas läuft voll Trinkwasser
Ein Glas mit Trinkwasser
Quelle: dpa

Mikroplastik im Trinkwasser und etwaige gesundheitliche Auswirkungen müssen nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch viel genauer untersucht werden. Das gelte für die Verbreitung dieser Partikel und auch für die Risiken.

"Basierend auf den begrenzt verfügbaren Informationen" gebe es derzeit kein Gesundheitsrisiko, so WHO-Expertin Maria Neira. Andere Verunreinigungen des Wassers seien aus heutiger Sicht wesentlich bedeutsamer, sagte WHO-Experte Bruce Gordon.

BUND kritisiert WHO-Entwarnung

Im Fokus des WHO-Berichts stehen das Risiko einer Aufnahme von Mikroplastik durch den Menschen, mögliche chemische sowie mögliche bakterielle Risiken. "Wir müssen den Anstieg der Plastikverschmutzung weltweit eindämmen", erklärte die WHO-Expertin Maria Neira. Sie mahnte zugleich, es seien tiefer gehende Untersuchungen zu dem Thema nötig: "Wir müssen dringend mehr über die gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik wissen, denn es ist überall." Laut WHO gibt es derzeit nur wenige verlässliche Studien zu dem Thema - und die Zahlen sind nur schwer miteinander vergleichbar.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte die Schlussfolgerungen des WHO-Berichts. "Die WHO-Studie gibt zu früh Entwarnung", erklärte die BUND-Expertin Nadja Ziebarth. Die unzureichende Kenntnis über die Auswirkungen von Plastikteilchen im Trinkwasser müsse "vielmehr zur Vorsicht mahnen".

Grüne fordern Verbote

Auch die Grünen äußerten sich besorgt. "Ohne Zweifel landet zu viel Mikroplastik in der Umwelt", erklärte die Grünen-Umweltexpertin Bettina Hoffmann. Auch wenn derzeit keine konkreten Gesundheitsgefahren nachzuweisen seien, müsse die Bundesregierung jetzt wirksame Maßnahmen ergreifen, "um den Eintrag von Mikro- und Nanoplastik auf allen Eintragspfaden zu stoppen". Ein generelles Verbot von Mikroplastik in allen Kosmetikprodukten sowie in Wasch- und Reinigungsmitteln sei "überfällig".

Erst kürzlich hatte eine Untersuchungen von Forschern des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) zum Thema Mikroplastik für Aufsehen gesorgt. Demnach enthält Schnee selbst in entlegenen Gegenden wie der Arktis inzwischen hohe Konzentrationen von Mikroplastik. Die Experten wiesen feinste Kunststoffteile in Schneeproben aus Bayern und Bremen ebenso nach wie in solchen von der Nordseeinsel Helgoland, aus den Schweizer Alpen und der Arktis.

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