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Macron wirbt für seine Vision: Eine europäische Armee

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Militärparade in Paris - Macron wirbt für seine Vision: Eine europäische Armee

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Ein fliegender Soldat, Hunde mit Orden und mehr als 160 Bundeswehrsoldaten haben an der Militärparade zum 14. Juli teilgenommen. Für Macron war es auch eine politische Botschaft.

Noch vor Beginn der Parade knallte ein Champagnerkorken auf den Champs-Elysées, und dann schenkte ein französischer Uniformträger einem deutschen Uniformträger ein Glas ein. Der Stab der Deutsch-Französischen Brigade stieß darauf an, dass Soldaten beider Nationen gemeinsam bei der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag mitmarschierten.

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"Kann es sein, dass noch nie so viele deutsche Soldaten auf den Champs-Elysées marschiert sind?", hatten wir vor der Parade einen Sprecher der französischen Armee gefragt. "Naja, 1940 waren es ein paar mehr", gab er spontan zurück, in Anspielung auf die Besatzung der französischen Hauptstadt durch die Wehrmacht - und lachte herzlich.

Macron wirbt für seine Vision einer europäischen Armee

Dieses Lachen war ein Beleg mehr dafür, wie selbstverständlich die deutsch-französische Freundschaft geworden ist. 74 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren nicht nur deutsche, sondern Soldaten aus zehn europäischen Ländern samt ihren Flaggen zur Parade eingeladen.

Französischer Panzer in Paris
Quelle: Reuters

Präsident Macron wollte damit für seine Vision einer gemeinsamen Armee Europas werben. Auf der Tribüne saßen deswegen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, der scheidende EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und weitere europäische Spitzenpolitiker.

Dabei sieht Deutschland eine gemeinsame Verteidigung durchaus kritisch – auch weil deutsche Abgeordnete deutlich mehr bei Auslandseinsätzen und Rüstungsexporten zu sagen haben als ihre französischen Amtsgenossen.

Militärhund mit Orden
In Frankreich werden auch Militärhunde mit eigenen Orden ehrt. Die tragen sie dann auf kleinen Halstüchern.
Quelle: ap

Parade dient in erster Linie als französische Leistungsschau

Trotz aller Politik ist die Militärparade aber in erster Linie eine französische Leistungsschau. Die Überraschungsnummer war dieses Jahr der ehemalige Jet-Ski-Weltmeister Franky Zapata, der höchst spektakulär mit einem von ihm erfundenen fliegenden Untersatz an der Ehrentribüne vorbeiflog. Ob solche Geräte tatsächlich mal bei Militäreinsätzen zum Einsatz kommen, ist nicht absehbar. Angeblich hat auch schon die US-Armee Interesse gezeigt.

Zum Nationalfeiertag morgen präsentiert die französische Armee die sogenannten Flyboards. Mit diesem neuen Fluggerät könnten möglicherweise Verletzte geborgen werden.

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1 min
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Zu den vorgeführten Neuheiten zählte auch ein von einem deutsch-französischen Team entwickelter Roboter, der sich im Gelände ohne GPS-Signal zurechtfindet und ein Löschroboter, der im April beim Brand der Notre-Dame-Kathedrale benutzt worden war.

In Frankreich ist das Verhältnis zu den Streitkräften unverkrampft

Traditionell defilieren zunächst die Militärakademien, die in Frankeich zu den Ausbildungsstätten der Eliten zählen. In diesem Jahr waren auch viele Einheiten dabei, die im vergangenen Jahr im Auslandseinsatz waren. Frankreich hatte 2018 etwa 4.500 Soldaten in der Sahelzone, um dort islamistische Milizen zu bekämpfen, und 1.000 Soldaten im Irak und in Syrien, wo sie gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat im Einsatz sind.

Auf viele Deutsche mag die Militärparade unzeitgemäß wirken. In Frankreich ist das Verhältnis zu den eigenen Streitkräften insgesamt sehr unverkrampft. Zur Militärparade finden sich immer zahlreiche Zuschauer ein, oft mit Fähnchen schwingenden Kindern, die dann vor Panzern fotografiert werden.

Emmanuel Macron auf einem französischen Militärfahrzeug
Quelle: Reuters

Auch Gelbwesten sind vor Ort

In diesem Jahr haben sich unter die applaudierenden Besucher auch mehrere Vertreter der Gelbwesten gemischt, die die Vorbeifahrt des Präsidenten mit Pfiffen und Buhrufen quittiert haben. Es ist nur wenige Wochen her, dass die Gelbwesten samstäglich auf den Champs-Elysées Demos veranstalteten, die dann in Randale ausarteten.

Für Macron ist diese Krise jedoch so gut wie überstanden. Seit der Europawahl, vor allem aber seit seinem Schachzug, die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin vorzuschlagen, hat er auf der europäischen Bühne wieder an Statur gewonnen. Und dass zum französischen Nationalfeiertag hochrangige Vertreter aus zehn EU-Ländern eigens angereist kommen, poliert sein Image noch ein bisschen mehr.

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