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Gewalt am Gazastreifen - Weitere Raketenangriffe auf Israel

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Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen regierende Hamas schaukelt sich weiter hoch. Eine von der Hamas ausgerufene Waffenruhe zeigt bislang keine Wirkung.

Raketen vom Gazastreifen in Richtung Israel, aufgenommen am 25.03.2019
Raketen vom Gazastreifen in Richtung Israel
Quelle: Reuters

Zwischen dem Militär in Israel und Militanten im Gaza-Streifen ist es in der Nacht zum Dienstag trotz eines Waffenstillstands zu wechselseitigen Angriffen gekommen. Laut dem israelischen Militär wurden bis zum frühen Dienstagmorgen mindestens 30 Raketen ins Land abgefeuert. Fast alle Geschosse seien entweder abgefangen worden oder auf offenem Gelände gelandet.

Truppenverstärkung und Luftangriffe

Auf den Beschuss reagierte Israel mit einer Truppenverstärkung und Luftangriffen. Dabei wurde nach Hamas-Angaben das Büro von Ismail Hanija zerstört, dem Chef der radikalislamischen Gruppe. Hanija hatte sich zuvor in Sicherheit gebracht. Israels Militär bestätigte den Angriff auf das Gebäude. Es habe als Büro für viele Militärtreffen gedient. Eine vorangegangene Explosion zerstörte ein mehrstöckiges Gebäude in Gaza-Stadt, das nach israelischen Angaben als Zentrale des Militärgeheimdienstes der Hamas fungiert hatte.

In Erwartung anhaltender Kämpfe mit der Hamas verstärkte Israel auch seine Raketenabwehrsysteme. In etlichen Städten, darunter Tel Aviv und Beerscheba, öffneten Schutzbunker. Zivilschutzbehörden im Süden Israels sagten Sportveranstaltungen ab, der Bahnverkehr wurde ausgesetzt. Großversammlungen wurden verboten; Schulen wurden angewiesen, den Unterricht in den Luftschutzkellern abzuhalten.

Verletzte auf beiden Seiten

Zuvor hatte Israel nach einem Raketeneinschlag im Großraum Tel Aviv Vergeltungsangriffe im Gazastreifen gestartet. Bei dem Raketenangriff aus dem Gazastreifen wurde am Montag ein Haus nordöstlich von Tel Aviv zerstört, sieben Menschen erlitten Verletzungen, darunter Kleinkinder. Israels Armee machte die Hamas für den Angriff verantwortlich.  

Ein Haus in Israel war von einer Hamas-Rakete getroffen worden.
Dieses Haus bei Tel Aviv wurde von einer Rakete getroffen - Israel macht die Hamas verantwortlich
Quelle: Ariel Schalit/AP/dpa

Bei den Angriffen im Gazastreifen seien sieben Palästinenser verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum hatte am Montagabend eine Waffenruhe verkündet. Ägypten habe die Rückkehr zu einer entsprechenden Vereinbarung vermittelt, sagte er. Dafür gab es jedoch von israelischer Seite keine Bestätigung.

Innenpolitisch heikler Zeitpunkt

Die Auseinandersetzungen kommen für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die Hamas zu einem innenpolitisch heiklen Zeitpunkt. Netanjahu und sein Rivale Benny Ganz, ein ehemaliger Armeechef, liefern sich vor der Parlamentswahl am 9. April ein enges Rennen. Im Wahlkampfendspurt könnten gegen den Amtsinhaber nun Vorwürfe laut werden, im Umgang mit der Hamas zu weich zu agieren. Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus sprach Netanjahu von einer harten Reaktion auf den Raketenbeschuss. "Israel wird das nicht tolerieren. Ich werde das nicht tolerieren", erklärte er. "Wir werden was auch immer tun, um unser Volk und unseren Staat zu verteidigen."

Hamas-Chef Hanija warnte Israel in einer Erklärung vor schweren Vergeltungsschlägen. Das palästinensische Volk "wird sich nicht ergeben", erklärte er. Seine militanten Gruppen würden "den Feind abschrecken, sollte er die roten Linien überschreiten." Die Hamas steht selbst im Gazastreifen unter Druck, da sie Israel und Ägypten bisher nicht zu einem Ende der Blockade bewegen konnte.

Zuletzt gab es in dem von einer Wirtschaftskrise geplagten Gebiet Straßenproteste gegen die Lebensbedingungen, bei denen die Hamas hart durchgriff. In der Hoffnung auf eine Lockerung der Blockade lässt die radikalislamische Gruppe seit einem Jahr entlang der Grenze zu Israel wöchentlich Demonstrationen abhalten, bei denen bisher rund 190 Menschen durch israelischen Beschuss getötet wurden.

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