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Mehr als 100 Verwundete - Angeblich Giftgas-Angriff in Aleppo

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Aufständische sollen nach Angaben der syrischen Regierung einen Giftgas-Angriff auf Aleppo verübt haben. Die Rebellen bestreiten das.

Syrien - Junge wird im Krankenhaus behandelt
Neuer Giftgas-Angriff? In Syrien wird ein Junge im Krankenhaus behandelt.
Quelle: ap

Bei einem angeblichen Giftgasangriff von Rebellen auf das syrische Aleppo sollen mehr als 100 Menschen verletzt worden sein. Das berichteten die staatliche Nachrichtenagentur und ein Gerichtsmediziner am Sonntag. Von den mindestens 105 Menschen, die in Krankenhäusern behandelt worden seien, seien inzwischen alle bis auf 15 wieder entlassen worden, sagte er. Der Gesundheitszustand von zwei Personen sei kritisch gewesen und habe sich inzwischen verbessert. Ein Rebellenvertreter wies die Vorwürfe zurück.

Verletzte klagen über Atemprobleme

Seit dem mutmaßlichen Angriff am Samstagabend haben die genannten Verletztenzahlen zugenommen. Staatsmedien hatten zunächst von 21 Verletzten berichtet, die Atemprobleme gehabt hätten, nachdem drei Gebiete in der nordsyrischen Stadt von mit Gas gefüllten Geschossen getroffen worden seien.

Später erklärte ein Regierungsbeamter, mindestens 50 Zivilisten seien behandelt worden, nachdem syrische Rebellen die Stadt mit Giftgas angegriffen hätten. Die in Großbritannien beheimate Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von 94 Menschen, die behandelt worden seien und von denen sich noch 31 in Krankenhäusern befänden.

Rebellen: Regierung will Waffenruhe untergraben

Nach dem Einschlag von Granaten habe Gasgeruch über Aleppo gelegen, teilte die Beobachtungsstelle der Nachrichtenagentur AP mit. Rebellen und Oppositionelle bestritten, einen Chemieangriff durchgeführt zu haben und beschuldigten die Regierung, eine Waffenruhe zu untergraben.

Die Aufständischen verfügten weder über Giftgas noch über die Mittel, es einzusetzen, sagte der Kommandeur Abdel Salam Abdel-Rasak, der einst selbst am Chemiewaffenprogramm der Regierung mitgearbeitet hatte, bevor er zur Opposition übergelaufen ist. Die Regierung lüge, twitterte er. Rebellensprecher Mustafa Sedschari warf der Regierung vor, sie habe den Giftgasvorwurf in die Welt gesetzt, nachdem sie Rebellengebiete beschossen habe. Ziel sie es, den von Russland vermittelten Waffenstillstand zu untergraben.

Moskau reagiert mit Luftangriffen

Am Sonntag flogen russische Kampfflugzeuge Luftangriffe auf Rebellengebiete westlich von Aleppo, wie das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte. Nach Angaben der Beobachtungsstelle handelte es sich um die ersten Angriffe in der Pufferzone in Idlib seit September, als Russland und die Türkei die Einrichtung der entmilitarisierten Zone vereinbart hatten. Berichte über Opfer lagen demnach zunächst nicht vor.

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