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Großbrand in London - Brennendes Hochhaus wird zur Todesfalle

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Bereits seit Monaten hatten sich Bewohner über mangelnden Brandschutz beschwert - und trotzdem kam es zur Katastrophe: Im Herzen von London brennt ein Hochhaus komplettt aus. 65 Menschen können aus den Flammen gerettet werden. Doch mindestens zwölf Menschen sterben. Und noch immer werden Bewohner vermisst.

Der Londoner Grenfell Tower ist aus noch ungeklärter Ursache in Flammen aufgegangen. Das Feuer arbeitete sich ungehindert zum 24. Stock und schloss viele Bewohner ein. Mindestens zwölf kamen ums Leben Kritiker bemängeln fehlende Brandschutzmaßnahmen.

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Bei einem gewaltigen Brand in einem Hochhaus im Zentrum Londons sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere wurden verletzt. Die Zahl der Todesopfer dürfte nach Einschätzung von Scotland Yard weiter steigen. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Die Ursache des Brands in dem 24-stöckigen Gebäude blieb zunächst unklar.

Die Polizei rechnete am Mittwochabend nicht mehr damit, weitere Überlebende in dem Gebäude zu finden. "Leider erwarte ich nicht, dass es noch mehr Überlebende geben wird", sagte Stuart Cundy von der Londoner Polizei. Einige Menschen würden aber noch immer vermisst. Eine genaue Zahl nannte Cundy nicht.

Aus Verzweiflung: Mutter warf Säugling aus dem Fenster

Das Feuer war in der Nacht zum Mittwoch ausgebrochen. Augenzeugen berichteten von Schreien. Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen. Eltern warfen demnach in ihrer Verzweiflung Kinder aus dem brennenden Hochhaus. Eine Mutter habe ihren Säugling aus dem "neunten oder zehnten Stock" geworfen, sagte eine Augenzeugin der britischen Nachrichtenagentur PA. Ein Mann habe den Säugling gefangen.

Trümmerteile flogen aus dem Gebäude, wie ein dpa-Reporter berichtete. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude. Die Polizei sperrte alle Wege weiträumig ab. Einwohner wurden gebeten, die Gegend nordwestlich vom Hyde Park zu meiden. Eine Schule in der Nähe des brennenden Gebäudes blieb geschlossen. Für Bewohner wurden Notfallzentren eingerichtet.

Der Rettungseinsatz wird nach Angaben der Polizei noch mehrere Tage dauern

"Wir bleiben hier, bis die Arbeit getan ist. (...) Wir planen über Nacht hierzubleiben", sagte ein Sprecher der Londoner Feuerwehr am Mittwochabend. Der Brand sei noch nicht gelöscht.

Nach der Katastrophe ist das Hochhaus entgegen ersten Befürchtungen nicht einsturzgefährdet. Spezialisten hätten den Sozialbau untersucht und für weitere Lösch- und Bergungsarbeiten sicher befunden, teilte die Feuerwehr am Abend mit.

65 Menschen seien aus den Flammen gerettet worden seien. Die Brandschützer hätten inzwischen alle 24 Stockwerke des Gebäudes erreicht, sagte ein Sprecher am Abend. Medienberichten zufolge sollen sich bis zu 600 Menschen in dem Sozialbau befunden haben, als das Feuer ausbrach.

Es hatte bereits Beschwerden über unzureichenden Brandschutz gegeben

Das Gebäude wurde 1974 erbaut und war von 2014 bis 2016 saniert worden. In dem brennenden Hochhaus hatte es bereits Beschwerden über unzureichenden Brandschutz gegeben. In einem Blog wurden das Fehlen von Fluchtwegen und die nicht vorhandenen Sprinkleranlagen angeprangert. Die Baufirma Rydon reagierte schockiert auf den Hochhausbrand. Sie war für die Sanierung zuständig. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit.

Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden." Scotland Yard erklärte auf Anfrage, dass es sich bei der Brandursache nicht um einen Terroranschlag handele.

Einsatzkräfte waren rasch vor Ort

Die britische Premierministerin Theresa May zeigte sich nach eigenen Worten "tief betroffen von den tragischen Todesfällen". Die Bundesregierung würdigte den Kampf der Rettungskräfte gegen die Flammen. "Es ist heroisch, wie die Feuerwehr gegen den Brand um das Leben der Menschen, die sich noch in dem Haus befinden, kämpft", sagte eine Regierungssprecherin in Berlin.

Die Einsatzkräfte waren nach eigenen Angaben innerhalb von sechs Minuten am Ort des Geschehens. Demnach ging der erste Notruf um 00.54 Uhr (Ortszeit) ein. Im Einsatz waren 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge. Bei den Löscharbeiten wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt, sagte Feuerwehrchefin Cotton.

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