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Eigene Wertevorstellungen - Mischt die Generation Z die Arbeitswelt auf?

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Die junge Generation Z strömt langsam in den Arbeitsmarkt. Sie hat ihre eigenen Wertvorstellungen von richtig und falsch. Das stellt Unternehmen vor Herausforderungen.

Junge Menschen bei der Teamarbeit in einem Büro
Junge Menschen bei der Teamarbeit in einem Büro
Quelle: imago

Die junge Generation sorgt für Wirbel: Greta Thunberg kämpft gegen den Klimawandel. Und hinter der Vor-Streikerin haben sich massenhaft junge Menschen ihrer Generation im Kampf gegen den Klimawandel versammelt - sie gehen freitags auf die Straße und fordern den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen in der Zukunft. Auch Youtuber Rezo hat vor der Europawahl für Furore gesorgt. Er warf den etablierten Parteien Versagen vor und forderte dazu auf, sie einfach nicht zu wählen.

Eine Generation mit eigenen Wertvorstellungen

Die Generation Z wird wohl auch Unternehmen verändern. Sie strömt in Form junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit ihren Wertvorstellungen nun in den Arbeitsmarkt. Wer es als Personalverantwortlicher mit dieser Generation zu tun bekommt, sollte sich also auf neue Erfahrungen einstellen.

"Ein Merkmal dieser jungen Generation ist, dass die ziemlich realistisch mit Unternehmen umgehen", sagt Professor Christian Scholz von der Universität des Saarlandes. Er ist Betriebswirtschaftler und spezialisiert unter anderem auf Personalmanagement. "Die glauben diesen platten Sprüchen wie 'der Mensch steht im Mittelpunkt' einfach nicht und fallen auch nicht auf Werbeslogans rein".

Z-ler sind Eingeborene des mobilen Digitalzeitalters

Gegen wohlfeile Werbeslogans sind die jungen Menschen deswegen mehr oder minder immun, weil sie in Sekundenschnelle checken können, ob der Arbeitgeber auch wirklich so handelt, wie er behauptet. Nachrichten über gute Arbeitgeber verbreiten sich ebenso rasend schnell in den sozialen Medien und Kanälen der neuen Generation, wie Enttäuschungen in dieser Hinsicht. Und wer enttäuscht, muss mit Konsequenzen rechnen. "Die haben gar keine Lust, sich mit Unternehmen auseinanderzusetzen. Entweder sie ignorieren Unternehmen, die sich in ihren Augen nicht gut verhalten; oder – sie gehen einfach".

Wer gehört zur "Generation Z"? Sind die Interessen und Lebensbilder so unterschiedlich? Welche Pläne haben die jungen Menschen? Wir erklären es im Video:

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Mit Generation Z sind junge Menschen gemeint, die erst seit Neuem in den Arbeitsmarkt strömen. Definitionsgemäß bezieht sich diese Generationenbezeichnung auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die ab 1995 geboren, also maximal 25 Jahre alt sind. Sie sind "digital Natives", Eingeborene der digitalen Wunderwelt - und das unterscheidet sie wesentlich von früheren Generationen. Für sie stellt sich nicht mehr die Frage zwischen Computer und Smartphone: "Mobile first" ist in ihrer Lebenswelt ein selbstverständliches "Mobile only"!

In vieler Hinsicht kompromissloser

Quasi mit der Muttermilch, spätestens im Kindergarten haben sie bereits gelernt, dass alle wesentlichen Informationen in ihrer Hosentasche liegen. Das Smartphone verbindet sie quasi mit jeder Information im WorldWideWeb. Die Auskunft ist nur einen Wisch entfernt - und sie ist 24 Stunden an 7 Tagen der Woche erreichbar. "Diese jungen Leute haben gelernt, sich sehr schnell an neue Dinge anpassen zu müssen. Die Generation Z ist sehr schnell in allem, aber manchmal nicht so durchhaltefähig", hat Karin Reuschenbach-Coutinho erlebt. Sie ist die Leiterin der Abteilung Karriere-Services der Frankfurt School of Finance & Management und berät Studierende bei der Suche nach Praktika, im Jobeinstieg und bei der Karriereplanung.

Junger Mann hält Smartphone in den Händen
Das Smartphone verbindet sie quasi mit jeder Information im WorldWideWeb.
Quelle: imago

Bei diesen Zuschreibungen für eine Generation geht es um Tendenzen und Merkmale, die eine Alterskohorte von anderen unterscheidet. Es geht also nicht um die Tatsache, dass sie anders agieren als Erwachsene, weil sie jung sind. Sondern es geht darum, dass die neue Generation grundsätzlich Dinge anders sieht, bewertet und entsprechend anders reagiert – in vielerlei Hinsicht übrigens kompromissloser.

Arbeitszeit 9 bis 17 Uhr - Klare Strukturen gewünscht

Für Unternehmen kann das, so meinen Experten, zunehmend zu einem Problem heranwachsen; vor allem dann, wenn sie und ihre älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in alten Mustern und Denkweisen verhaftet bleiben und so an die junge Generation herantreten. "Die Jugendlichen der Generation Z stehen zum Beispiel sehr kritisch einer Vertrauens-Arbeitszeit oder auch flexibler Arbeitszeit gegenüber", hat Christian Scholz herausgefunden. Diese Formen der Arbeit, bei der die Grenzen zwischen privatem Leben und Arbeit verwischen, sind typisch für die vorige Generation Y.

Die jungen Vertreterinnen und Vertreter der Generation Z dagegen mögen klare Strukturen und scharfe Abgrenzungen: Von 9 Uhr bis 17 Uhr arbeiten ist fein und gut. Danach ist Freizeit, Punkt. "Die wissen, dass in der Praxis 'flexible' Arbeitszeiten oft auf Selbstausbeutung hinauslaufen – und darauf haben sie entschieden keine Lust. Sie haben das bei ihrer Eltern-Generation beobachtet und lehnen das ab", sagt Scholz.

Karriereleiter und Dienstwagen uninteressant

Faul oder unmotiviert sei diese Generation deswegen aber mitnichten. Nur äußert sich ihre Motivation eben nicht in der Bereitschaft, Überstunden zu kloppen. "Genau das müssen die Personalabteilungen lernen", so Scholz. Unternehmen müssen vor allem auch diese Generation vermehrt ansprechen, ob sie wollen oder nicht - gerade in Zeiten von Hochkonjunktur und Fachkräftemangel. Auch das kann Karin Reuschenbach-Coutinho aus ihrer Erfahrung bestätigen.

Als Lockmittel etwa taugen bei der jungen Generation auch Argumente wie eine mögliche Karriereleiter im Unternehmen nicht mehr. Denn die Generation hat mitbekommen, dass sich solche Versprechen schnell in Luft auflösen können. Der Jobkahlschlag bei der Deutschen Bank ist nur das jüngste Beispiel, das in die Erfahrung der Generation Z eingeht. Unternehmen müssen lernen, sich auf Generation Z einzustellen.

Auch Dienstwagen oder andere Statussymbole entlocken dem Gros der Generation Z kaum mehr als ein gelangweiltes Lächeln. "Arbeitgeber müssen sich viel genauer auf diese Zielgruppen einstellen", sagt Reuschenbach-Coutinho. "Personalabteilungen müssten oder sollten mit Forschern zusammenarbeiten um zu lernen und zu verstehen, in welchen Lebenswelten diese jungen Menschen zu Hause sind. Nur so können sie passende Angebote machen, um aus dieser Generation Beschäftigte rekrutieren zu können".

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