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Missbrauchsskandal - Papst entlässt Ex-Erzbischof von Washington

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Er war einer der einflussreichsten US-Kirchenmänner: Nun ist der frühere Erzbischof von Washington wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern aus dem Priesterstand verbannt worden.

Theodore McCarrick
Theodore McCarrick (Archivbild)
Quelle: Reuters

Wenige Tage vor einem Vatikan-Spitzentreffen über Missbrauchsfälle hat Papst Franziskus den emeritierten Erzbischof von Washington wegen sexueller Vergehen aus dem Priesterstand entlassen. Der 88-jährige Theodore McCarrick sei in einer Untersuchung der Glaubenskongregation des sexuellen Fehlverhaltens im Umgang mit Minderjährigen und Erwachsenen schuldig befunden worden, hieß es am Samstag in einer Mitteilung des Vatikans.

Vatikan offenbar schon 2017 über Fall informiert

Die Versetzung in den Laienstand ist eine der härtesten Strafen für Geistliche. Der Vatikan hatte McCarrick bereits im Juni 2018 die Erlaubnis entzogen, Gottesdienste zu feiern. Einen Monat später akzeptierte Franziskus dessen Rücktritt aus dem Kardinalskollegium. Der Papst hatte ihm unter dem Druck der Missbrauchsvorwürfe Hausarrest verordnet.

McCarrick wurde in seiner Heimat vorgeworfen, Minderjährige und Priesteranwärter missbraucht zu haben. Im Zuge des Skandals war auch sein Nachfolger, Kardinal Donald Wuerl, zurückgetreten.

In der Affäre war auch Franziskus in die Kritik geraten. Der konservative Erzbischof Carlo Maria Viganò hielt dem Pontifex vor, die Vorwürfe gegen McCarrick lange ignoriert und Sanktionen gegen diesen gar rückgängig gemacht zu haben. Der Heilige Stuhl war nach eigenen Angaben im September 2017 vom Erzbistum New York informiert worden, dass ein Mann McCarrick beschuldigt hatte, ihn in den 1970er Jahren missbraucht zu haben.

Franziskus ruft Bischöfe zu Konferenz nach Rom

Im Sommer 2018 hatte die Staatsanwaltschaft des US-Staats Pennsylvania einen großangelegten Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der USA offengelegt: Mehr als 300 Priester sollen sich in den vergangenen 70 Jahren an mehr als 1.000 Kindern und Jugendlichen vergangen haben. Weitere Fälle wurden in anderen Bundesstaaten aufgedeckt.

Der Pontifex hat die Spitzen der Bischofskonferenzen aus aller Welt vom 21. bis 24. Februar in den Vatikan einberufen, um über die zahlreichen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zu sprechen. Bei dem Treffen solle es zu allererst darum gehen, ein Bewusstsein für das "Drama" zu schaffen, hatte Franziskus gesagt.

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, sagte dem "Spiegel" mit Blick auf die Missbrauchsfälle: "Wer sich nicht beherrschen kann, ist für das Priesteramt nicht geeignet." "Schönreden nützt da nichts", fügte er hinzu. "Übrigens bin ich der Meinung, dass kein Mensch gottgewollt als Homosexueller geboren wird." In Richtung Papst sagte er, Franziskus dürfe nicht der Versuchung erliegen, "jene Gruppe, die sich mit ihrem Progressismus brüstet, gegen den Rest der Kirche auszuspielen". Müller saß mehrere Jahre der Glaubenskongregation vor, bevor der Papst seine Amtszeit im Juli 2017 überraschend nicht verlängerte.

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