Rörig fordert mehr Befugnisse für Ermittler

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Nach "Elysium"-Fall - Rörig fordert mehr Befugnisse für Ermittler

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Der Missbrauchsbeauftragte Rörig fordert mehr Befugnisse für deutsche Strafverfolger. Derzeit sei das Netz "ein Paradies für Pädokriminelle", sagte Rörig in einem Interview.

Archiv: Johannes-Wilhelm Rörig am 07.06.2018 in Stuttgart
Johannes-Wilhelm Rörig, Missbrauchsbeauftrager der Bundesregierung
Quelle: dpa

Nach dem Urteil im Prozess um die Kinderpornoplattform "Elysium" hat der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, mehr Befugnisse für deutsche Strafverfolger gefordert. "Im Moment ist das Netz ein Paradies für Pädokriminelle", sagte Rörig den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das können wir als Rechtsstaat nicht weiter dulden."

Der Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs sieht nun die Innen- und Justizminister in der Pflicht. Sie müssten die Ermittler "maximal stärken".

Rörig will mit computergenerierten Missbrauchsbildern ködern

Es könne nicht sein, dass Fahnder in den USA und in Australien "Darknet-Plattformen knacken" und deutsche Strafverfolger dies nicht dürften, sagte Rörig. Ein Schritt nach vorne wäre die erlaubte Nutzung täuschend echt wirkender, aber computergenerierter Missbrauchsbilder, um Kunden und Betreiber von Kinderporno-Portalen im Darknet aufzuspüren. "Ich hoffe, dass dies bald gesetzlich möglich sein wird", sagte Rörig. Noch scheitert ein solches Ködern von Pädophilen an rechtlichen Hürden.

Auch die Vorratsdatenspeicherung sowie gesetzliche Meldepflichten für Internet-Provider hält der Missbrauchsbeauftragte für zwingend notwendig. Der Handel mit Kinderpornografie müsse "dringend trockengelegt werden, sonst werden immer mehr und immer jüngere Kinder zu Opfern immer brutalerer Darstellungen."

Haftstrafen gegen "Elysium"-Betreiber

Das Landgericht Limburg hatte am Donnerstag vier Betreiber der Plattform "Elysium" zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie waren unter anderem wegen Verbreitung, Erwerbs, Erstellung und Besitzes kinderpornografischer Schriften angeklagt.

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