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Streit um Brett Kavanaugh - Trump äfft mutmaßliches Missbrauchsopfer nach

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Erst lobt US-Präsident Trump sie als glaubwürdige Zeugin. Nun äfft er die mutmaßlich missbrauchte Christine Blasey Ford nach. "Schlicht und ergreifend verkehrt", sagen Senatoren.

Donald Trump spricht bei einem Wahlkampfauftritt in Southaven, Mississippi.
Macht sich über ein mutmaßliches Missbrauchsopfer lustig: US-Präsident Donald Trump.
Quelle: ap

Die FBI-Ermittlungen nach Missbrauchsvorwürfen gegen den Kandidaten für das Oberste US-Gericht, Brett Kavanaugh, sollten für Ruhe und Klarheit sorgen. Doch stattdessen eskaliert der Streit.

Präsident Donald Trump verhöhnte während einer Wahlkampfveranstaltung in Southaven, Mississippi, die Zeugin Christine Blasey Ford und äffte sie nach. Zuvor hatte er im Zusammenhang mit Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen drei Frauen von einer "beängstigenden Zeit für junge Männer in Amerika" gesprochen.

Drei Frauen belasten Kavanaugh

Hintergrund der FBI-Ermittlungen sind Vorwürfe von bislang drei Frauen gegen Kavanaugh wegen sexueller Übergriffe sowie versuchter Vergewaltigung während der High-School- und Studienzeit in den 1980er Jahren. Kavanaugh bestreitet die Anschuldigungen.

In dem erbitterten Parteienstreit geht es im Kern darum, dass die Republikaner den Demokraten eine Verzögerungstaktik vorwerfen. Aus ihrer Sicht wollen die Demokraten das Votum bis zu den Zwischenwahlen am 6. November hinauszögern - in der Hoffnung, dann selbst eine Mehrheit im Senat zu haben und den erzkonservativen Kavanaugh endgültig zu Fall zu bringen. Die Demokraten wiederum befürchten eine Scheinuntersuchung durch das FBI, um noch zögernden Republikanern eine Zustimmung zu erleichtern.

Trump attackiert Blasey Ford

Trump schlug sich während der Wahlkampfveranstaltung in Southaven offen auf die Seite seines Wunschkandidaten für das Oberste Gericht. Kavanaughs Ankläger seien "wirklich schlechte Menschen", die den Richter zerstören wollten, sagte er. "Das Leben eines Mannes liegt in Scherben."

Unter Gelächter seiner Anhänger ahmte Trump die Befragung des mutmaßlichen Opfers nach: "Wie sind Sie nach Hause gekommen? - Ich erinnere mich nicht", sagte Trump. "Wie sind Sie dorthin gekommen? - Ich erinnere mich nicht. - Wo ist der Ort? - Ich erinnere mich nicht. - Vor wie vielen Jahren ist es passiert? - Ich weiß es nicht." Zudem stellte der Präsident infrage, ob Christine Blasey Ford während des angeblichen Vergewaltigungsversuchs nüchtern gewesen sei. "Aber ich hatte ein Bier - das ist das einzige, woran ich mich erinnere", äffte Trump die Zeugin nach.

Als Folge der Debatte um Missbrauchsvorwürfe sieht Trump vor allem Männer gefährdet. "Es ist eine beängstigende Zeit für junge Männer in Amerika, wenn du für etwas schuldig bist, was du vielleicht nicht getan hast", sagte Trump nach Medienberichten am Dienstag im Weißen Haus. "Man kann angeklagt werden, bevor man seine Unschuld bewiesen hat." Auf die Frage nach einer Botschaft an junge Frauen, sagte der Präsident: "Frauen geht es sehr gut."

Senatoren entsetzt über Trump

Die republikanischen Senatoren Susan Collins (Maine), Lisa Murkowski (Alaska) und Jeff Flake (Arizona) reagierten entsetzt auf Trumps Auftritt. Flake sagte dem Fernsehsender NBC, über so ein sensibles Thema wie einen möglichen sexuellen Übergriff spotte man nicht. "Ich wünschte, er hätte es nicht getan. Es ist irgendwie entsetzlich", sagte Flake. Collins nannte Trumps Geläster über Ford "schlicht und ergreifend verkehrt", Murkowski "völlig unangemessen".

Trumps Spott könnte damit ernsthafte Folgen für die Abstimmung haben: Weil die Mehrheit von Trumps Republikanern im Senat so knapp ist, hängt eine Zustimmung zu Kavanaughs Ernennung auch von den Stimmen Collins', Murkowskis und Flakes ab - falls die oppositionellen Demokraten geschlossen mit Nein stimmen. Die drei gelten ohnehin als Wackelkandidaten.

Kanavaugh tritt als Lehrkraft in Harvard zurück

Kavanaugh wiederum wird im Januar 2019 seinen Lehrauftrag an der Elite-Universität Harvard aufgeben, wo er derzeit Jura unterrichtet. Das berichtete CNN unter Berufung auf eine E-Mail an die Studierenden. Die Gründe für seinen Rückzug waren zunächst unklar.

Laut CNN hatten bis zum Montagabend mehr als 800 Absolventen der Harvard Law School (HLS) einen Brief unterzeichnet, in dem sie die Universität aufforderten, Kavanaugh seinen Lehrauftrag zu entziehen. Die Belästigungsvorwürfe von Christine Blasey Ford seien "glaubwürdig und schwerwiegend" und müssten ernstgenommen werden. "Sie stellen seinen Charakter und seine Moral ernsthaft infrage und sollten ihn von einer Position auf Lebenszeit als Richter am Supreme Court disqualifizieren." Als Lehrender an der Harvard Law School sei Kavanaugh nicht mehr tragbar.

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