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Missbrauchsvorwürfe - Prozess gegen Cosby endet ergebnislos

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Der Missbrauchsprozess gegen US-Fernsehstar Bill Cosby ist ergebnislos beendet worden, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten. Für Cosby ist der Ausgang des Prozesses aber nur ein Etappensieg. Die Staatsanwaltschaft will den Fall neu aufrollen.

Der bisher einzige Strafprozess gegen Bill Cosby wegen sexueller Nötigung ist ergebnislos zu Ende gegangen. Die zwölfköpfige Jury konnte sich nach mehrtägigen Beratungen nicht auf ein Urteil für den US-Entertainer einigen, wie der Sender CNN und andere US-Medien berichteten. Es ging um die Frage, ob Cosby die Amerikanerin Andrea Constand an einem Abend im Jahr 2004 sexuell missbrauchte.

Cosby, der keine Reaktion auf die Entscheidung zeigte, bleibe angeklagt, erklärte Richter O'Neill in Norristown im Bundesstaat Pennsylvania. Der Staatsanwalt des Distrikts Montgomery, Kevin Steele, kündigte umgehend an, er werde ein neues Verfahren beantragen. Für ihn ist das Urteil eine Niederlage, weil er mit seinen Argumenten die Jury nicht überzeugen konnte.

Die fünf Frauen und sieben Männern der Jury hatten sich mehr als 50 Stunden über sechs Tage beraten. Sie hätten ein einstimmiges Urteil fällen müssen. Mehrfach ließen sie sich vom Gericht einzelne Zeugenaussagen nochmals vorlesen, bevor sie sich wieder für ihre Beratungen zurückzogen. Richter Steven O'Neill hatte die Gruppe zu einer Urteilsfindung aufgefordert.

Cosby zahlt eine Million US-Dollar Kaution

Es ist nicht unüblich, dass Geschworene in Strafprozessen in den USA zunächst zu keinem einstimmigen Urteil kommen, sich dann aber doch noch einigen. In diesem Fall löste sich das Patt aber nicht auf, damit endete das Verfahren als ergebnisloser "mistrial" (fehlerhaft geführter Prozess).

Bis zu einer Neuauflage des Prozesses wird Cosby wohl auf freiem Fuß bleiben. Er hat eine Kaution von einer Million Dollar (897.000 Euro) gezahlt.

Zahlreiche weitere Missbrauchsvorwürfe

In dem knapp zwei Wochen dauernden Verfahren hatten Cosbys Verteidiger nur einen einzigen Zeugen aufgerufen - einen damals an den Ermittlungen beteiligten Polizisten - und den Prozess damit deutlich abgekürzt. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen über mehrere Tage zwölf Zeugen vernommen, die den Schauspieler in teils emotionalen Aussagen sexueller Übergriffe beschuldigten.

Neben Constand sagte auch eine Frau in einem ähnlich gelagerten Fall aus. Cosbys Verhältnis zu den mehr als 50 weiteren Frauen, die ihm Sexualdelikte vorwerfen, waren nicht Teil des Verfahrens. Weil diese Fälle verjährt sind, kann Cosby dafür nicht mehr strafrechtlich belangt werden.

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