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Iran beginnt Marinemanöver

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Mit China und Russland - Iran beginnt Marinemanöver

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China, Russland und der Iran starten ein viertägiges Marinemanöver im nördlichen Teil des Indischen Ozeans. Experten sehen dies als Reaktion auf eine von den USA geplante Mission.

Eine Satellitenaufnahme vom Persischen Golf. Archivbild
Eine Satellitenaufnahme vom Persischen Golf.
Quelle: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Der im Atomkonflikt mit den USA unter Druck geratene Iran hat gemeinsam mit Russland und China ein Marinemanöver im Indischen Ozean begonnen. Bei dem ersten trilateralen Manöver gehe es darum, die Sicherheit im nördlichen Teil des Indischen Ozeans zu gewährleisten, meldete die Nachrichtenagentur Isna.

Die viertägigen Marineübungen sind nach Einschätzung von Beobachtern eine Reaktion der drei Staaten auf die von den USA geplante Marinemission zum Schutz der Schifffahrt im Persischen Golf.

Die Botschaft der aktuellen Übung laute Frieden, Freundschaft und dauerhafte Sicherheit durch Zusammenarbeit und Einigkeit, sagte der iranische Admiral Gholamreza Tahani im staatlichen Fernsehen. Als Ergebnis werde gezeigt werden, dass der Iran nicht isoliert werden könne. Dem Fernsehen zufolge wird vier Tage lang unter anderem geübt, wie Schiffe gerettet werden, die unter Beschuss stehen oder von Piraten angegriffen werden.

Die Gewässer im Süden des Iran stehen seit längerem im Mittelpunkt internationaler Spannungen. Im Mai und Juni wurden in der Straße von Hormus mehrere Handelsschiffe attackiert. Der Iran liegt am Persischen Golf, der durch die Straße von Hormus mit dem Golf von Oman verbunden ist. Dieser geht ins Arabische Meer über, das Teil des Indischen Ozeans ist. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt, durch sie geht ein Fünftel der weltweiten Öltransporte.

China: "Normaler militärischer Austausch"

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, ein Manöver dieser Art habe es noch nicht gegeben. An der Übung nähmen drei Schiffe der Ostseeflotte teil - eine Fregatte, ein Tanker und ein Rettungsschlepper, berichtete die Armeezeitung "Roter Stern" unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

China nimmt unter anderem mit einem Zerstörer teil. Es handele sich um einen "normalen militärischen Austausch" zwischen den drei Streitkräften, teilte das Verteidigungsministerium in Peking am Donnerstag mit. "Dies steht nicht notwendigerweise in Zusammenhang mit der Lage in der Region."

USA wollen internationalen Marineeinsatz

Die USA haben einen von ihnen geführten internationalen Marineeinsatz vorgeschlagen, der die Sicherheit in der Region gewährleisten soll. Die US-Regierung macht den Iran für Angriffe auf Handelsschiffe verantwortlich, darunter auch saudiarabische Öltanker. Der Iran hat eine Verwicklung stets zurückgewiesen und beansprucht die Verantwortung für die Sicherheit der Straße von Hormus. Zu einer massiven Verschärfung der Spannungen in der Region führte zudem die einseitige Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran und die Verhängung von Sanktionen durch US-Präsident Donald Trump im Jahr 2015.

China dagegen unterhält enge Beziehungen zum Iran, was Diplomatie, Handel und Öllieferungen angeht. Russland arbeitet mit der Führung in Teheran unter anderem im Syrien-Konflikt zusammen. Zudem allerdings pflegen China und Russland gute Kontakte zu Saudi-Arabien, dem ärgsten regionalen Rivalen des
Iran.

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