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Mittelmeer-Route - Frontex ruft Helfer zum Kampf gegen Schlepper auf

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Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex hat Hilfsorganisationen aufgerufen, sich am Kampf gegen Schlepperbanden zu beteiligen. Die Schiffe nahe der libyschen Küste seien Teil von deren Geschäftsmodell, mahnt Fabrice Leggeri.

Planlose Politik

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Der Direktor der EU-Agentur für Grenzen und Küstenwache (Frontex) sieht die Seenotretter in der Pflicht, mehr im Kampf gegen Schleuser zu unternehmen. "Die ruchlosen Menschenschmuggler, die mit ihrem verbrecherischen Geschäft Milliarden verdienen, beziehen die Schiffe nahe der libyschen Küste in ihr Geschäftsmodell' mit ein", kritisierte Fabrice Leggeri im Interview mit der "Passauer Neuen Presse".

Leggeri forderte: "Alle Schiffe, die sich an Rettungseinsätzen nahe der libyschen Küste beteiligen, müssen auch zum Kampf gegen die Schmugglernetzwerke beitragen." So sollten sie mit den italienischen Behörden zusammenarbeiten, etwa indem sie Beweise sammeln. Der Chef der EU-Grenzschutzbehörde befürwortete zudem einen Verhaltenskodex für alle Nichtregierungsorganisationen, wie ihn die italienische Regierung fordert.

Frontex: Schlepper rechnen mit schneller Rettung

Im Unterschied zu früher fänden mittlerweile die meisten Rettungsaktionen sehr nahe an den libyschen Hoheitsgewässern statt, erläuterte Leggeri. "Die Schlauchboote der Schlepperbanden sind von sehr schlechter Qualität. Manchmal entfernen die Menschenschmuggler sogar die Motoren, sobald die Boote internationale Gewässer erreicht haben - in der Erwartung, dass die Flüchtlinge schnell gerettet werden."

Die meisten aufgegriffenen Flüchtlinge kämen derzeit aus Nigeria und Guinea. Stark angestiegen sei auch die Zahl der Menschen aus Bangladesch. "Aufgrund der Nationalitäten haben die Flüchtlinge kaum Chancen, Asylschutz in Europa zu erhalten, weil sie nicht aus Ländern kommen, in denen Krieg herrscht", sagte Leggeri.

In Italien trafen seinen Angaben zufolge im ersten Halbjahr 85.000 Bootsflüchtlinge ein, 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die EU-Mitgliedstaaten müssten ihre Zusagen einhalten und Italien weiter mit Beamten und technischer Ausrüstung unterstützen.

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