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Montecito in Kalifornien - Katastrophe im Promi-Paradies

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Montecito in Kalifornien ist ein Nest für Amerikas Promis und Millionäre. Doch dann kamen Feuer und Schlamm - und Montecito gleicht einem Krisengebiet.

Kalifornien - Zerstörte Häuser in Montecito
Kalifornien - Zerstörte Häuser in Montecito Quelle: reuters

Ob Schauspieler, Musiker oder Sportler - in Montecito leben prominente Amerikaner Tür an Tür. Nicht ohne Grund: Die Lage zwischen Bergen und dem Meer könnte kaum idyllischer sein. Und doch ist es nur ein Katzensprung ins pulsierende Los Angeles. Schon Charlie Chaplin wusste dies sehr zu schätzen. An den Stummfilm-Star erinnert eine lebensgroße Statue in der Lobby des legendären "Montecito Inn". Auch die ist seit Dienstag allerdings halb im Schlamm versunken.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere ließ Chaplin das mondäne Hotel mithilfe einiger Investoren errichten. Seit 1928 zählt es nicht nur zu den Wahrzeichen der Kleinstadt. Von Beginn an war es auch ein maßgeblicher Anziehungspunkt für alles, was in der kalifornischen Promi-Welt Rang und Namen hat. Nun ist es ein Symbol für die Verwüstungen in der Region.

Zuerst das Feuer, dann der Schlamm

Zunächst kam das Feuer. Zahlreiche Bewohner mussten wegen der Waldbrände in der Umgebung schon im Dezember ihre Häuser verlassen. Dann folgte heftiger Regen. Und weil die Flammen weit und breit fast die gesamte Vegetation vernichtet hatten, konnte der Boden die Wassermassen nicht aufnehmen. Das Erdreich an den Hängen setzte sich deswegen bald in Bewegung. Mindestens 18 Menschen kamen in den Schlammlawinen ums Leben. Etwa 500 Häuser wurden zerstört oder beschädigt.

Das Stadtbild ist seitdem nicht mehr von gemütlichen Cafés und Boutiquen geprägt, sondern von umgeknickten Bäumen, zerquetschten Autos und eingestürzten Wänden. Tennis-Legende Jimmy Connors war einer der vielen, die per Rettungshubschrauber in Sicherheit gebracht werden mussten. "Montecito - es brennt - es regnet - Erdrutsche und Verwüstung - ein Helikopter hat mich heute rausgeholt - meine Gedanken und Gebete sind bei euch allen!!!", schrieb er auf Twitter.

Ein Nest für Stars

Oprah Winfrey, die nach ihrer viel beachteten Rede bei der Verleihung der Golden Globes von einigen Fans schon als künftige Präsidentschaftskandidatin gehandelt wird, ist ebenfalls betroffen. Auf Instagram postete sie Fotos und Videos, die ihren im Schlamm versunkenen Garten zeigen. Es sind ungewohnte Einblicke in einen Ort, in dem sonst sehr viel Wert auf Privatsphäre gelegt wird. Zu den etwa 9.000 Einwohnern zählen Hollywood-Stars wie Drew Barrymore, Patrick Stewart und Rob Lowe oder auch der ehemalige Vize-Präsident Al Gore.

Fast hundert Jahre ist er her, seit Chaplin dem Charme des Ortes verfiel. Doch auch er war nicht der erste. Schon die Ureinwohner vom Stamm der Chumash hatten die Vorzüge des Standorts erkannt, nicht zuletzt wegen der hier gelegenen heißen Quellen. Später genossen spanische Siedler das mediterrane Klima. Ab 1855 kamen zudem immer wieder wohlhabende Amerikaner, die den heißen Quellen heilende Kräfte zuschrieben.

Unmittelbar westlich von Montecito bietet das knapp 100.000 Einwohner zählende Santa Barbara heute alle Annehmlichkeiten einer Großstadt. Und wie seinerzeit Chaplin fährt noch immer der eine oder andere Bürger der Promi-Siedlung regelmäßig in die Filmstudios im 145 Kilometer südöstlich gelegenen Los Angeles. Seit den Stummfilm-Tagen ist Montecito zwar durchaus größer geworden. Ein ungezügeltes Wachstum wurde aber ebenso verhindert wie eine übermäßige Ausbreitung von Fast-Food-Lokalen oder den sonst in der Region üblichen riesigen Reklametafeln.

Kaum ein Haus unter vier Millionen Dollar

Die Bevölkerung der Kleinstadt ist relativ alt. Weiße sind eindeutig in der Mehrheit. Der durchschnittliche Preis für ein Haus liegt in den aktuellen Angeboten bei mehr als vier Millionen Dollar (3,3 Millionen Euro). In die Schlagzeilen kommt Montecito normalerweise vor allem durch prunkvolle Hochzeiten - 1942 heiratete der damals 53-jährige Chaplin hier die 18-jährige Oona O'Neill; nicht ganz so lange her sind die örtlichen Trauungen von Stars wie Kim Kardashian West, Melissa Etheridge oder Jessica Simpson.

Nun aber gehen die Bilder von Montecito im Schlamm um die Welt. Und selbst wenn viele der Betroffenen über ein finanzielles Polster verfügen dürften, ist der Schaden groß. Viele Hausbesitzer seien zwar gegen Brand versichert, nicht aber gegen Überschwemmung, sagt der Verwaltungschef des Bezirks Santa Barbara, Das Williams. "Unser Haus wurde schwer beschädigt", schrieb der Schauspieler Jeff Bridges am Donnerstag per Twitter. "Aber wir sind sicher - und so dankbar dafür sowie für den Einsatz der Nothelfer, die unermüdlich arbeiten, um Menschen zu retten."

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