Sie sind hier:

Katastrophenfall ausgerufen - Mit zusätzlichen Kräften gegen den Moorbrand

Datum:

Das Moor auf einem Testgelände der Bundeswehr im Emsland brennt weiter. 500 Feuerwehrleute sollen ein Ausbreiten verhindern. Der Landkreis hat den Katastrophenfall ausgerufen.

Mit 500 zusätzlich angeforderten Einsatzkräften will die Feuerwehr im Emsland ein Übergreifen des Moorbrandes auf Flächen außerhalb des betroffenen Bundeswehrgeländes verhindern. Vier Kreisfeuerwehren seien angefordert worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Die Feuerwehrmänner würden in der Nähe des Bundeswehrgeländes postiert, um sofort reagieren zu können, sollte der Brand auf die zivilen Flächen übergreifen. Insgesamt sind nach Angaben des Innenministeriums derzeit 782 Kräfte auf dem Bundeswehrgelände mit einem großen Löscheinsatz beschäftigt.

Rauchwolken steigen beim Moorbrand auf dem Gelände der "Wehrtechnischen Dienststelle 91" (WTD 91) in Meppen am 18.09.2018 auf
Moorbrand auf dem Gelände der "Wehrtechnischen Dienststelle 91" (WTD 91)
Quelle: dpa

Die Bundeswehr setzt jetzt zudem ein Regiment Spezialpioniere ein. Ein Vorkommando des Regiments aus Husum sei bereits am Brandort eingetroffen, sagte eine Bundeswehr-Sprecherin. Die Bundeswehr bezeichnet diese Soldaten als "Handwerker in Uniform". Sie sollen in Meppen unter anderem die Wasserversorgung für den Löscheinsatz sicherstellen und andere logistische Aufgaben übernehmen. "Das Feuer ist unter Kontrolle, aber der Druck auf die Einsatzkräfte ist nach wie vor hoch", sagte die Sprecherin. Weitere Details zum Brand wollte die Bundeswehr im Tagesverlauf auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Moorbrand bei Meppen
Moorbrand bei Meppen: Noch ist nicht klar, ob die betroffenen Ortschaften evakuiert werden müssen.
Quelle: dpa

Weil befürchtet wird, dass ein aufkommender Sturm den Brand frisch anfachen könnte, hatte der Landkreis Emsland am Freitagmorgen den Katastrophenfall ausgerufen. Der Kreis forderte die Bewohner der Orte Klein Stavern und Groß Stavern auf, sich vorsorglich auf eventuelle Räumungen vorzubereiten. Diese seien derzeit aber nicht geplant.

Moorbrand bei Meppen
Weil eine Löschraupe ausfiel, hat sich das Feuer in tiefere Torfschichten fressen können. Das macht den Moorbrand besonders gefährlich: Der Brand breitet sich unterirdisch aus.
Quelle: dpa

"Wir wappnen uns für alle Eventualitäten." "Ob überhaupt evakuiert werden muss, ist natürlich abhängig vom Verlauf der Löscharbeiten auf dem Areal der Bundeswehr sowie den sich verändernden Wetterbedingungen", erklärte Landrat Reinhard Winter (CDU). "Da der Schutz der Bevölkerung für uns an erster Stelle steht, möchten wir aber die Staverner frühzeitig darauf aufmerksam machen, dass eine Evakuierung nicht mehr undenkbar ist."

Karte: Vom Moorbrand betroffene Gebiete
Karte: Vom Moorbrand betroffene Gebiete - der Qualm zieht bis an die Nordsee.
Quelle: ZDF

Nach Angaben des zuständigen Kreises ist zu erwarten, dass sich Rauchbelästigung und Funkenflug durch den Brand verschärfen. Eine genauere Prognose für die beiden Ortschaften sei aber nicht möglich, hieß es. Weitere Maßnahmen seien eng mit dem niedersächsischen Innenministerium abgestimmt worden. Zudem werde ein Netz an Messpunkten zur Rauchüberwachung aufgebaut.

Der Naturschutzbund (NABU) schätzt, dass der Brand bereits zu einem Ausstoß von 500.000 Tonnen Kohlendioxid geführt hat. Unzählige Insekten und Reptilien könnten vor der Hitze nicht fliehen und verendeten, teilte der NABU am Freitag mit. Darüber hinaus sei die Belastung für die Rauch-Menschen in den angrenzenden Ortschaften sowie für die Einsatzkräfte hoch.

Moorbrand bei Meppen
Absprerrung an dem Bundeswehr-Testglände, auf dem der Brand ausgebrochen war. Derzeit sind nach Bundeswehr-Angaben rund 1.000 Soldaten sowie Helfer von THW, Feuerwehr und Polizei im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Die Kosten muss die Bundeswehr tragen. Sie ermittelt, ob bei den Schießversuchen möglicherweise Regeln missachtet wurden.
Quelle: dpa

Seit mehr als zwei Wochen brennt ein Moor auf einem Gelände der Bundeswehr im Emsland. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, die durch einen Raketentest entstanden. Der Rauch zieht weithin über das Land und sorgt für Beschwerden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.