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Cold-Case-Ermittlungen - Neue Spur im Mordfall Rieck

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1992 wurde Karin Rieck ermordet. Bis heute ist unklar, wer der Täter war. Die Polizei hat neue Spuren und hofft, dass sich Beteiligte mithilfe von "Aktenzeichen XY" melden.

Von Anfang an waren die Ermittlungen im Mordfall Karin Rieck schwierig. Am späten Abend des 26. Oktober 1992 - so viel steht fest - wird Karin Rieck zum letzten Mal lebend gesehen. Zu diesem Zeitpunkt bringt sie ein Freund zu ihrem Auto. Mit zwei weiteren Freunden hatte Karin Rieck zuvor den Abend im Berliner Lindengarten verbracht. Was danach passierte, ist nur bedingt rekonstruierbar. Die Polizei nimmt an, dass Karin Rieck dann nach Hause fuhr. Am nächsten Tag, dem 27. Oktober um die Mittagszeit, wird sie in ihrer Wohnung ermordet.

Mord ohne Motiv?

Die Untersuchungen weisen darauf hin, dass sie dem Täter die Tür geöffnet haben muss, denn es finden sich keine Einbruchsspuren am Schloss und auch keine Spuren einer Gewaltanwendung in der Wohnung. Nichts deutet zum Beispiel darauf hin, dass eine Situation eskaliert ist oder ein Streit zwischen dem Opfer und dem Täter entbrannt sein könnte. Ganz im Gegenteil wirkt die Tat sehr geplant. Karin Rieck wird mit einem gezielten Schuss in den Kopf ermordet. Die Polizei gehe von einem sehr professionellen Täter aus, so die Berliner Mordkommission, darauf deuteten sowohl das Ergebnis der Obduktion wie die Tatortuntersuchung hin.

Die Berliner Polizei ermittelte natürlich auch im privaten und beruflichen Umfeld des Opfers. So stellte sich heraus, dass sie kurz vor ihrem Tod Streit mit ihrem Lebensgefährten hatte. Dieser hatte Karin Riecks Leichnam in der gemeinsamen Wohnung entdeckt und die Polizei verständigt. Mit dem Mord hatte er aber nichts tun. Auch eine Spur, die auf eine mögliche Schutzgelderpressung deutete - Karin Rieck hatte einen mysteriösen Anruf in ihrer Kneipe erhalten - erwies sich bis jetzt als nicht aussagekräftig. Ebenso wenig wie die Recherchen zu verschiedenen Kaufangeboten für ihre Kneipe. Die Bar war lukrativ, verkaufen wollte sie ihr Lebenswerk aber trotz Angeboten bis zu 500.000 D-Mark nicht.

Eine neue Spur

Auch wenn das Tatmotiv weiter im Dunkeln liegt, so förderten kriminaltechnische Untersuchungen eine andere Spur zu Tage. "Anhand des Projektils im Mordfall Karin Rieck konnte über einen Abgleich mit der zentralen Tatmunitionssammlung beim BKA festgestellt werden, dass die Waffe in der Nacht vom 7. zum 8. September 1991 bei einem Einbruch in ein Juweliergeschäft am Kurfürstendamm 22 in Charlottenburg sowie bei einem weiteren Einbruch in ein Antiquitätengeschäft am 3. März 1992 in der Passauer Straße 35 in Schöneberg verwendet wurde", erklärt die Berliner Polizei.

So ergeben sich für die Polizei eine ganze Reihe neuer Ermittlungsansätze, die in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" verfolgt werden. Zum einen ist das die Tatwaffe selbst, zum zweiten die am Tatort der Einbrüche gesicherten DNA-Spuren. Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei zwar nicht davon aus, dass der Einbrecher auch der Mörder von Karin Rieck ist. Wahrscheinlich ist vielmehr, dass die Waffe ihren Besitzer gewechselt hat. In diesem Zusammenhang hoffen die Ermittler aber nun, dass sich der Einbrecher bei ihnen meldet. Er könnte dies ohne Befürchtungen tun: Denn seine Einbrüche sind verjährt - doch seine Aussage könnte einen Mörder überführen.

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