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Mordfall Lübcke - Verdächtiger bestreitet tödlichen Schuss

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Wende im Mordfall Lübcke: Der Hauptverdächtige hat seine Aussage geändert. Er behauptet, ein zweiter Täter habe den Kasseler Regierungspräsidenten getötet - aus Versehen.

Der Rechtsextremist Stephan E. hat einen Bekannten aus der Kasseler Neonazi-Szene der Tötung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke bezichtigt. E. war nach Angaben seines Anwalts Frank Hannig am Mittwoch in Kassel erneut von einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs zur Tötung Lübckes vernommen worden. Hannig erklärte anschließend, nach Darstellung seines Mandanten habe der Neo-Nazi Markus H. (43), der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, den Schuss versehentlich abgegeben.

"Erkären, was wirklich passiert ist"

Hannig hatte zuvor angekündigt, E. wolle in seinem neuen Geständnis "erklären, was wirklich passiert sei" - das erste Geständnis sei falsch gewesen. E. soll Lübcke auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen bei Kassel am 2. Juni mit einem Kopfschuss getötet haben. Er hatte die Tat zunächst gestanden, ohne einen Mittäter zu nennen, das Geständnis aber später widerrufen. Nach Angaben von Anwalt Hannig habe E. mit seinem früheren Geständnis Markus H. schützen wollen - ihm seien dafür Schutz und finanzielle Vorteile für seine Familie versprochen worden.

E. hatte ursprünglich ausgesagt, er habe seine Familie durch kriminelle Ausländer bedroht gesehen, dazu hätten ihn islamistische Anschläge stark aufgewühlt. Lübcke, der 2015 die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft bei Kassel verteidigt hatte, habe er daran eine Mitschuld gegeben.

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