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Madsen verurteilt - Lebenslange Haftstrafe für Mord im U-Boot

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Peter Madsen muss lebenslang hinter Gitter: Der dänische Erfinder ist für den Mord an der Journalistin Kim Wall in seinem U-Boot zur Höchststrafe verurteilt worden.

Archiv: Peter Madsen am 30.04.2008 in Kopenhagen
Peter Madsen
Quelle: dpa

Die Richter in Kopenhagen sahen es als erwiesen an, dass Madsen die schwedische Journalistin Kim Wall im vergangenen Sommer an Bord seines selbstgebauten U-Bootes "Nautilus" brutal gefoltert und getötet habe. Danach soll er die Leiche der 30-Jährigen zerteilt und dann ins Meer geworfen haben.

Die Kopenhagener Richterin Anette Burko erklärte, sie sei mit den Geschworenen übereingekommen, dass es sich bei der Tötung der 30-Jährigen um Mord handele. Madsen habe keine glaubwürdige Erklärung für den Tod Walls abgegeben. Der Angeklagte hörte still zu, als die Richterin das Urteil in dem Gericht in der dänischen Hauptstadt verlas. Kurz darauf kündigte er Berufung an.

Nach und nach tauchten Leichenteile auf

Lebenslang stellt in Dänemark die Höchststrafe dar. Lebenslange Haft dauert in Dänemark 16 Jahre. Die Strafe kann aber noch verlängert werden. Zudem kann ein Verurteilter in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen sagte, Madsen sei nicht psychisch krank, sondern lediglich emotional gestört. Er verwies auch auf ein Gutachten, dass Madsen als intelligenten Mann mit psychopathischen Tendenzen beschrieb.

Die Verteidigung hatte gefordert, dass Madsen nur für die Zerstückelung verurteilt werden dürfe. Verteidigerin Betina Hald Engmark bezeichnete den Fall als "eine Horrorgeschichte". Diese basiere jedoch nicht auf Fakten, sondern auf undokumentierten Behauptungen.

Ungewöhnliche Werkzeuge an Bord

Die dänische Staatsanwaltschaft hatte die lebenslange Gefängnisstrafe gefordert. Wenn Madsen nicht im Gefängnis bleibe, bestehe die Gefahr, dass er wieder ein ähnliches Verbrechen begehe wie den Mord an Wall, hatte Buch-Jepsen am Montag in seinem Schlussplädoyer erklärt. Der Mord sei vorsätzlich und sexuell motiviert gewesen, weil Madsen Werkzeuge an Bord gebracht habe, die er bei Ausfahrten mit dem U-Boot normalerweise nicht dabei gehabt habe.

Die junge Journalistin Kim Wall war am 10. August 2017 für ein Interview mit dem in Dänemark bekannten Erfinder Madsen in dessem U-Boot auf den Oresund, die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden, gefahren. In der Nacht meldete ihr Freund sie als vermisst. Am nächsten Vormittag tauchte die "Nautilus" auf, sank dann aber. Die Retter fischten nur Madsen aus dem Wasser. Teile von Walls Leiche - Kopf, Torso, schließlich Beine und Arme - fand man in den kommenden Tagen und Wochen im Meer.

Videos von Hinrichtungen und Enthauptungen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Madsen Wall im U-Boot fesselte und mit spitzem Werkzeug auf sie einstach. Dann schnitt er ihr womöglich den Kopf ab. Die genaue Todesursache konnte allerdings nicht festgestellt werden. Weil man Stichwunden unter anderem in den Geschlechtsteilen fand, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Madsen Sex-Fantasien auslebte. Der 47-Jährige beschrieb dagegen vor Gericht einen tragischen Unfall, bei dem Wall im U-Boot erstickt sei. Bis zum Schluss betonte er im Prozess, er habe sie nicht vorsätzlich getötet.

Vor Gericht kamen immer wieder auch grausame Details zu Tage. So wurden Videos von Hinrichtungen und Enthauptungen gezeigt, die auf einer von Madsens Festplatten gespeichert waren. Er sei vom Tod fasziniert gewesen und habe vom perfekten Verbrechen geträumt, sagten Zeugen aus.

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