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Mosambik nach Sturm "Idai" - "Beira ist von der Außenwelt abgeschnitten"

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Sturm "Idai" hat die Stadt Beira in Mosambik hart getroffen. Die komplette Infrastruktur ist zerstört, berichtet Christoph Jankhöfer, Koordinator von "Ärzte ohne Grenzen".

Daniel Timme von UNICEF berichtet aus Mosambik.

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3 min
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Sturm "Idai" hat eine Spur der Verwüstung in Mosambik hinterlassen. Die Situation gerade in der 500.000-Einwohner-Stadt Beira macht den Helfern große Sorgen. "Beira ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten, die Wassermassen haben die Landverbindung in die Stadt weggespült, sagt Christoph Jankhöfer, Logistikkoordinator von "Ärzte ohne Grenzen" für Mosambik, im Skype-Interview mit heute.de.

In Beira selber gebe es weder Wasser noch Strom, die komplette Infrastruktur sei zum Erliegen gekommen. "Von den Verwüstungen in der Stadt sind 90 Prozent der Häuser betroffen, 90 Prozent der Einwohner haben also kein Dach über dem Kopf mehr." Durch den seit Tagen fallenden Regen drohten zudem weitere Überflutungen, von Entspannung könne also keine Rede sein.

Tropensturm in Südostafrika - Mosambik
Hunderte Menschen sind in Mosambik, Malawi und Simbabwe durch den Sturm ums Leben gekommen, viele weitere werden vermisst und Tausende sind in Gefahr.
Quelle: reuters

Schwerste Überschwemmungen seit 20 Jahren

Hunderte Menschen sind in Mosambik, Malawi und Simbabwe durch den Sturm ums Leben gekommen, viele weitere werden vermisst und Tausende sind in Gefahr. Dem mosambikanischen Präsidenten Filipe Nyusi zufolge könnte die Zahl der Todesopfer 1.000 erreichen. Rettungskräfte sagten, sie wüssten noch nicht, ob die Opferzahl so hoch sein wird, doch es seien die schwersten dortigen Überschwemmungen seit 20 Jahren.

Infokarte: Mosambik - Beira
Infokarte: Die Stadt Beira in Mosambik
Quelle: ZDF

Schnelle Hilfe hat laut Jankhöfer jetzt oberste Priorität: "In Beira gibt es momentan kein sauberes Trinkwasser und so gut wie keine Nahrungsmittel mehr." Aktuell werde versucht, mit zwei Schiffen Hilfsgüter in die Stadt zu bringen. Die medizinische Situation ist laut Jankhöfer katastrophal: "Wir wissen von vielen Verletzten, das größte Krankenhaus der Stadt ist weitgehend zerstört, lediglich in der Notaufnahme gibt es noch Strom."

"Hunderte Tonnen Hilfsgüter benötigt"

Priorität von "Ärzte ohne Grenzen" sei es, die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Andere Organisationen versuchten gerade, zwei Notaufnahmelager für je 200.000 Personen auf die Beine zu stellen - eine schwierige Aufgabe, denn in der Region sei alles überflutet. Für den Fall, dass schnelle Hilfe nicht funktioniere, drohe den betroffenen Menschen in der Region - gerade Kleinkindern - Mangelernährung, zudem sei der Ausbruch von Cholera zu befürchten.

Nach Einschätzung von Jankhöfer werde auch nach den unmittelbaren Maßnahmen noch längere Zeit Hilfe notwendig sein: "Es werden Hunderte Tonnen Hilfsgüter benötigt, zudem ist die Ernte des ganzen Jahres vernichtet - nach der aktuellen Katastrophe droht also die nächste Katastrophe." Hilfe, so Jankhöfer, werde also mindestens über Monate notwendig sein. Auch sei das ganze Ausmaß der Situation noch unklar. "Wegen des dauerhaften Regens konnten wir viele Gebiete noch gar nicht erreichen und uns ein Bild von der Situation vor Ort machen."

EU stellt 3,5 Millionen Euro Soforthilfe

Der Zyklon "Idai" mit der Stärke vier von fünf war in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde vom Indischen Ozean her nahe der Großstadt Beira auf Land getroffen. Es folgten Sturmfluten und massive Überschwemmungen. Beira ist derzeit nur noch aus der Luft zu erreichen. Beim Welternährungsprogramm hieß es, die Lage sei "zum Verzweifeln". Die EU stellte 3,5 Millionen Euro Soforthilfe bereit. Mosambik gehört einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.

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