Sie sind hier:

Not nach "Idai" in Mosambik - "Kleine Kinder irren allein umher"

Datum:

In den Krisenregionen in Mosambik fehlt es an allem, die Not der Menschen sei "erschütternd", berichten Hilfswerke. Kinder irrten umher, in Beira gebe es erste Cholerafälle.

Kinder am 22.03.2019 in Mosambik
Viele Kinder mussten mit ansehen, wie ihre Eltern oder Geschwister fortgespült wurden.
Quelle: ap

Zehntausende Menschen warten im Katastrophengebiet in Südostafrika nach Zyklon "Idai" weiter auf Hilfe. Humanitäre Organisationen sind in der schwer verwüsteten Hafenstadt Beira in Mosambik zwar im Einsatz, aber die Bedürfnisse sind überwältigend. Kleine Kinder irrten teils allein herum, berichtete die Organisation "Save the Children" am Sonntag. "Viele unbegleitete Kinder haben traumatische Situationen durchlitten - manche mussten mit ansehen, wie ihre Mutter oder ihr Vater fortgespült wurden oder haben Geschwister verloren", berichtete der Einsatzleiter vor Ort, Machiel Pouw.

1,8 Millionen Menschen betroffen

"Das Ausmaß der Krise ist erschütternd", sagte der Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy, nach einem Besuch in Beira. 1,8 Millionen Menschen sind nach UN-Schätzung betroffen. Das deutsche Technische Hilfswerk (THW) hat zwei Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser nach Beira geflogen.

Das Katastrophengebiet erstreckt sich über Hunderte Kilometer von Mosambik nach Simbabwe und Malawi. Besonders die abgelegenen Regionen seien weiter schwer oder gar nicht zu erreichen, berichten UN-Hilfsorganisationen.

ZDF-Korrespondentin Sandra Theiß berichtet aus den Flutgebieten:

Nur langsam bessert sich die Lage in Ostafrika, nachdem der Zyklon "Idai" eine Flutkatastrophe ausgelöst hatte. Die Opferzahl stieg zuletzt auf 700 an.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Am 15. März hatte der Zyklon "Idai" Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit schweren Regenfällen weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Mindestens 644 Menschen sind nach jüngsten Regierungsangaben ums Leben gekommen - die wahre Zahl dürfte deutlich höher liegen, glauben Hilfsorganisationen.

Zerstörte Straßen und neue Regenfälle

Die Versorgung der Zyklon-Opfer wird durch immer neuen Regen und zerstörte Verkehrswege erschwert. Seine Regierung habe Drohnen im Einsatz, um sich einen Überblick über die Notlage der Menschen zu verschaffen, sagte Mosambiks Umweltminister Celso Correia. Mitte der Woche drohen neue starke Regenfälle.

Zerstörte Häuser und überflutete Straßen am 23.03.2019 in Mosambik
In den Flutgebieten steigt die Zahl der Malaria-Kranken. In stehendem Wasser können sich Überträger-Mücken rasch vermehren.
Quelle: reuters

In Beira wird bereits das Essen knapp, wie Journalisten berichteten. Zu den 500.000 Einwohnern kommen Vertriebene aus der Umgebung, die bei dem verheerenden Unwetter alles verloren haben. Allein in Beira seien 11.000 Häuser völlig zerstört, ebenso wie etliche Schulen und Gesundheitszentren, so das UN-Kinderhilfswerk Unicef.

Insgesamt haben nach Schätzungen mindestens 600.000 Menschen ihre Bleibe verloren. Verteilt wurden in manchen Lagern vor allem Suppe und Kekse. Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) war dabei, seine Nothilfe stark auszuweiten. Die Dimension der Katastrophe sprenge die schlimmsten Befürchtungen, hieß es, und der Einsatz rangiere jetzt auf dem Niveau der großen WFP-Programme im Jemen und in Syrien.

Erste Cholerafälle in Beira

Infokarte: Mosambik - Beira
Quelle: ZDF

Ein Problem ist auch, dass sich in den Überschwemmungsgebieten mit wenig Toiletten und Mangel an sauberem Trinkwasser Krankheiten schnell ausbreiten könnten. Es seien schon erste Cholerafälle in Beira gemeldet worden, sagte der Rotkreuz-Generalsekretär. In den überfluteten Gebieten steige die Zahl der Malaria-Kranken. In stehendem Wasser können sich die Malaria übertragenden Mücken rasend schnell vermehren. "Während die Suche und Rettung von Überlebenden weitergeht, müssen wir alles tun, um zu verhindern, dass durch Wasser übertragbare Krankheiten aus dem Desaster eine noch größere Katastrophe machen", sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore in Beira.

Das Technische Hilfswerk hat Spezialisten mit zwei Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung in das Land geschickt. "Die Lage in Beira ist katastrophal, die Notversorgung mit Trinkwasser für die betroffenen Menschen lebenswichtig", sagte THW-Vizepräsident Gerd Friedsam. Die Anlagen sollten noch am Sonntag in Beira eintreffen und können im Idealfall am Dienstag in Betrieb genommen werden. Sie können bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten. Das THW ist eine Bundesbehörde mit 80.000 überwiegend ehrenamtlichen Helfern.

So können Sie helfen:

Frauen waten durch den Schlamm. Sie tragen ihre Habseligkeiten, Chimanimani, 18.03.19

Spendenaufruf Wirbelstürme in Afrika

Wenige Wochen nach Wirbelsturm "Idai" hat Wirbelsturm "Kenneth" Südost-Afrika getroffen. Die beiden Stürme haben verheerende Folgen: Es gibt Hunderte Tote und zerstörte Gebiete.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.