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Party mit Problemen - Was tun gegen Müllberge auf Festivals?

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Party bei über 30 Grad - Festivals haben Hochsaison im Sommer. Neben Musik und guter Laune gibt es viel Essen und Trinken. Zurück bleiben Müllberge. Doch manche Festivals handeln.

Beispiel: Rock am Beckenrand, ein Musikfestival in Niedersachsen. Einmal im Jahr feiern hier rund 2.500 Besucher die perfekte Rockwelle - in einem Freibad im Harz. Zurück bleibt viel Müll.

Weitere Beispiele: In Wacken fallen rund 590 Tonnen Abfall an - etwa 1.900 Gramm pro Besucher. Bei Rock am Ring 1.100. Bei Rock im Park 860 Gramm. Beim Futur2 in Hamburg sind es dank des Einsatzes von Mehrweg-Geschirr dagegen nur 26 Gramm.

Trend: Umweltbewusst feiern

Ein Großteil des Mülls entsteht beim Essen. Bei "Rock am Beckenrand" gibt es die Pommes auf beschichteten Papptellern, für Steak und Bratwurst Plastikbesteck - aber Eintopf wird zum Beispiel in einer Schale aus Zuckerrohr angeboten. Die Schwierigkeit sei die Kostenfrage, sagt Sascha Lotze, Vorsitzender des austragenden Vereins. "Wir haben im Backstage schon mal angefangen, wir haben hier Mehrwegteller oder Kunststoff aus Maisstärke, das ist aber alles noch sehr teuer", sagt Lotze.

Teller und Besteck aus Maisstärke kosten etwa doppelt so viel wie das Plastik-Geschirr. Wenn schon Müll nicht vermieden werden kann, soll er wenigstens gesammelt werden. Der Campingplatz befindet sich in einem Landschaftsschutzgebiet - wer hier zelten will, bekommt gleich mal einen Müllsack in die Hand gedrückt. Ehrenamtliche sammeln zusätzlich den ganzen Tag Abfall auf. Sogar Mülltrennung wird hier angeboten: Papier, Plastik, Restmüll - umweltbewusst feiern, das kommt immer besser an: "Wir sammeln unseren Müll direkt auf, Zigarettenstummel auch übrigens - und unser Pfand, den spenden wir nachher", sagt Festival-Besucherin Hannah Tornau.

Auf der Wiese sollen wieder Pferde weiden

"Wir haben immer unser eigenes Geschirr dabei, Mehrweg natürlich und dann, ist ganz wichtig, wir haben eine Abwaschschüssel dabei und auch Müllbeutel, weil wir ein sehr sauberes Camp hier haben", meint Festival-Besucher Christian Kersten. Bei den Nachbarn sieht es da ganz anders aus: Dosen, Plastikflaschen, Zigarettenstummel. Wer seinen Zeltplatz derart vermüllt, bekommt von den ehrenamtlichen Helferinnen Jasmin und Julia Besuch.

Zurückgelassener Müll auf dem Zeltplatz
Zurückgelassener Müll auf dem Zeltplatz
Quelle: dpa

Der Tag nach dem Festival: Auf der Campingwiese sollen bald wieder Pferde weiden. Zentimeter für Zentimeter sammeln Ehrenamtliche die Hinterlassenschaften der Besucher ein. Ein paar selbstgebaute Tische und Pavillons seien stehen geblieben. "Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden, unser Konzept ist aufgegangen", sagt Peer Nicklas Peters vom Festival.

Müll vermeiden, Gelände aufräumen

Etwa 700 Gramm Müll pro Besucher sind es am Ende aber trotzdem. Die Veranstalter von "Rock am Beckenrand" wollen in Zukunft noch besser werden. Aber es gibt einige Hürden. "Na klar, ich kann hier Becher aus Maisstärke hinlegen, aber dann fängt es ja an: Dann brauche ich auch andere Arten von Entsorgern. Es reichen nicht der Restmüll und Kunststoff, dann brauche ich auch noch Biomüll, wo ich sowas mit entsorgen kann", meint Sascha Lotze.

Am Ende liegt es am Umweltbewusstsein von Festival-Veranstaltern und Besuchern: an erster Stelle Müll möglichst vermeiden, dann ein paar Cent mehr am Pommesstand für Biomüll ausgeben und am Ende das Gelände aufräumen.

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